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livehack: Ihre Kirche oder Ihr Gemeindehaus ist nicht (oder falsch) auf Google Maps

Viele User nutzen Google Maps, um den Weg zu finden oder sich über eine Einrichtung zu informieren. Das Problem: viele Kirchengemeinden haben, den Pin auf Maps noch nicht mit Inhalten befüllt. Die Möglichkeit, hier auf Gemeindeangebote hinzuweisen wird also nicht genützt. So lösen Sie das Problem

1. Legen Sie bitte für Ihre Kirchengemeinde einen GoogleAccount an. Benützen Sie dazu bitte eine EmailAdresse, die in der Gemeinde bleibt, also am besten die des Pfarramts. Dokumentieren Sie den Account (wie alle Accounts) sorgfältig für andere und künftige Mitarbeitende.

2. Loggen Sie sich auf Google mit diesem Account ein (Bitte Punkt 5 beachten)

3. Suchen Sie auf Google Maps Ihre Kirche oder den Ort, den Sie bearbeiten wollen. Klicken Sie auf „Als Inhaber eintragen“. Damit verknüpfen Sie den GoogleAccount mit dem Punkt auf der Karte

4. Beantworten Sie bitte die Fragen, die Google Ihnen stellt. Vermutlich ist auch eine schriftliche Authentifizierung nötig. Das kann ein paar Tage dauern. Google kommuniziert mit Ihnen per Google Mail, das Sie eingeloggt bedienen können.

5. Wenn Sie nicht wollen, dass Google ihren Suchverlauf speichert, loggen Sie sich nach einzelnen Aktionen immer wieder aus.

6. Wenn Sie Inhaber des Ortes geworden sind, sollten Sie die richtige Homepage, Kontaktdaten und Bilder hinterlegen.

7. Planen Sie (monatlich genügt, wöchentlich ist super) ein, mögliche Kommentare zu Ihrem Pin zu beantworten.

Mehr müssen Sie auf Google Maps nicht tun.

Journey blessing at #ecic23

Journey blessing

In the name of the triune God:
the Creator, the Christ,
and the Holy Spirit.

Amen

Laudate omnes gentes

Laudate omnes gentes, laudate Dominum
Laudate omnes gentes, laudate Dominum

Cantai todos os povos
Louvai nosso Senhor

Sing praises, all your peoples
Sing praises to the Lord

Sjung lovsang, alla länder
Och prisa Herrens namn

Lobsinget, ihr Völker alle
Lobsingt und preist den Herrn

Psalm 121

I lift up my eyes to the hills.
From where does my help come?

… My help comes from the Lord,
… who made heaven and earth.

He will not let your foot be moved;
he who keeps you will not slumber.

… Behold, he who keeps Israel
… will neither slumber nor sleep.

The Lord is your keeper;
the Lord is your shade on your right hand.

… The sun shall not strike you by day,
… nor the moon by night.

The Lord will keep you from all evil;
he will keep your life.

…. The Lord will keep your going out and your coming in
… from this time forth and forevermore.

Glory be to the Father, and to the Son,
and to the Holy Spirit,

… as it was in the beginning, is now,
… and ever shall be, world without end.

Amen.

Reading

Luk 11,11
And I tell you, ask, and it will be given to you; seek,
and you will find; knock, and it will be opened to you.
For everyone who asks receives, and the one who seeks finds,
and to the one who knocks it will be opened.

What father among you, if his son asks for a fish,
will instead of a fish give him a serpent;
or if he asks for an egg,
will give him a scorpion?

Reflextion:  God in an automated world

Jes 65, 24
Before they call I will answer; while they are yet speaking I will hear.

Prayer

Please participate in the prayer with your own requests

Heavenly Father, we are here together,
each with his thoughts,
each with her concerns.

Listen, when we speak to you …

please add

Amen

Lords Prayer

Bless the Lord, my soul,

Bless the Lord, my soul,
and bless God’s holy name.
Bless the Lord, my soul,
Who leads me into life.

Common blessing

re:publica 18 – vom Internettreffen zur Gesellschaftskonferenz

Die re:publica wandelt sich. Vom NetzaktivistenTreffen zur Gesellschaftskonferenz. Und von der NerdGemeinschaft zum Tummelplatz für Fernsehsender und Medienunternehmen. Das muss nicht schlecht sein, denn es gibt genug Themen, die in der Gesellschaft schief laufen und die im Netz ihren Niederschlag finden und dort auch bekämpft werden. Jan Böhmermann zum Beispiel der mit seinem Beitrag über Hass im Internet eine Bewegung zur Trollbekämpfung ausgelöst hat (#reconquistainternet) und via Skype zugeschaltet optisch die dazugehörige Diskussion auf Stage1 dominierte. Oder Sascha Lobo, dessen angekündigte „Kraftrede“ auch zur Bewerbung als dauerwütender Bundespräsident getaugt hätte.

Daneben aber gab es viele hochspannende Themen und Einblicke die – ähnlich dem Kirchentag – meist in kleinen Hallen und schnell überfüllt waren. Da dürfte die Station Berlin als Austragungsort immer mehr an ihre Grenzen gelangen.

Meine Highlights

Das Eröffnungspanel „Die Revolution disst ihre Kinder – alte Linke, neue Rechte und das Internet“ widmete sich dem 50. Geburtstag der 68ger und der Frage „Was ist geblieben?“ In einer beachtlich und erstaunlich unaufgeregten Debatte diskutierten Friedemann Karig, Stefan Niggemeier, Samira El Ouassil, Nils Markwardt über das Erbe der 68ger! Für Churchies auffällig: In der Analyse gab es viel versteckte Religion. Zum Beispiel, dass die Protagonisten der 68er mit dem Protestantismus noch über einen gesinnungsmäßige Hardware verfügten und in ihren Zielen einen quasireligiösen Duktus verfolgten. Heute sei das bei den meisten verloren. War es vor 50 Jahren der Hass aufs Establishment, sei es heute das Kontinuum des Konservatismus, die „Verführbarkeit des Menschen“, gegen die es zu kämpfen gilt. Ganz rechts zeigt sich dabei ebenfalls ein Erbe der 68ger: immer eine Bewegung zu bleiben. Auch um nicht demokratisch tätig werden zu müssen, will das die AfD mit ihrem Nationalismus. Die Erkenntnis der Runde dazu: „Mit einem konservativen Menschenbild kannst du auch keine Demokratie machen“

Sind also die NeuRechten die 68ge von heute? Ein verführerischer Gedanke. Denn ist attraktiv, die neuen Tabus anzusprechen und zu brechen. Tabus, die teilweise mühsam arbeitet wurden. Wie das konkret aussieht, zeigte Samira El Quassil, die 2009 bei der Bundestagswahl für „die Partei“ kanditierte. Was  nach Schließung der Wahllokale bei ihr ankam war allein schon von der Form unterirdisch. Zitat: „Die Orthografie war orchideal!“ Widerlegt wurde auch die Vermutung, die AfDWähler seien meist Globalisierungsverlierer? Die neue Erkenntnis: AfDWähler sind wesentlich besser gestellt als vermutet. Doch mental schlummert da schon lange was. Es gibt das Bedürfnis nach Affekten, nach Wahrnehmung. Der Soziologe Heinz Bude beziffert das “Verbitterungsmilieu” in Deutschland auf etwa zehn Prozent. Das Gefühl der Ohnmacht gegenüber denen, die mich beeinflussen.

Dazu gibt es, so das Panel, die Wut der Publizisten: Autoren wie Matthias Matussek, Roland Tichy oder Vera Lengsfeld beschreiben das Land als eines, das permanent zerbröselt. Früher war es die Linken, die sagten, der Staat muss geändert werden. Heute sind es die Rechten. Sie sind fassungslos, „wie wir das Land für die Hunde gehen lassen“. Wenn den 68gern die Konservativen das verfolgten, werden heute die Institutionen von links verteidigt. Eine Umdrehung der 86ger!

Wo kommen die Neurechten alle her? Wir vergessen, dass es eine lange Geschichte des Rechtsextremismus gibt. Dazu gelten heute Konvertiten als besonders glaubwürdig. Identität lässt sich durch Abgrenzung finden. „Wenn man noch was werden will, muss man nach rechts gehen.“

Und was sind die Tools: Söders Kreuz Geschichte ist Whistleblower-Kommunikation. Ein geheimes Zeichen an die eigenen Anhänger. Dass es rechtlich nicht umzusetzen ist, wissen viele. Doch wie Jens Spahn betreiben viele die Verclownisierung der Politik. Jeder Aufreger ist dabei eine Falle: unwichtige Aufreger ersetzen den Diskurs über wichtige Themen. Aufregung hat damit eine Funktion! Empörung ist eine Form des Gefühls der interpassiven Partizipation. Ich rege mich auf, protestiere, habe aber nichts geändert. Hat der Mensch also einfach keine Lust, sich mit den Problemen auseinander zu setzen. Lieber kurz aufregen statt was zu ändern.

Und die Rolle der Satiriker? Sie sind wie Böhmermann in die Lücke der Intellektuellen, die schweigen, hineingerückt. Jetzt aber den Satirikern die Aufgabe eines Gesellschaftskorrektiv zuzuschieben, überlastet sie aber!

Mit Stage 8 völlig am falschen weil zu kleinen Ort war das Panel “You know nothing, Laowai!” Ein top secret Briefing zu Chinas Onlinekultur hinter der Great Firewall. Hier gibt es hoffentlich bald ein Video, denn Einblicke wie diese sind die Perlen jeder re:publica

Handfest und ebenfalls überlaufen war das Panel mit „10 Tipps für Livestream auf Facebook und YouTube“. Varina Link und Marina Schakarian erklärten als junge Mitarbeitende von funk und ZDF digital ihre Livestreamformate. Das Ziel: den Nutzer über längere Zeit bei der Stange zu halten. Chat, Voting-Tools und fleißig und sorgfältig verteilte Highlights hätten sich dabei als erfolgreich erwiesen. Auch die im Vorhinein nicht festgelegt Länge der Sendung. Man mache eben so lange, so lange der Inhalt trägt. Bei mir kam da etwas atemloses an und die Frage, wie man den Stream von vorgegebenen Inhalten wie einer Landessynode mit diesen Tools verbessern könne. Gewinnspiele sind ja nicht das Wesen einer Kirche. Jedenfalls noch nicht.

Bei „Journalismus im Netz: Zwischen Fakten, Fake, Haltung und Hate“ diskutierten (wieder einmal) Georg Restle, Dunja Hayali, Kai Gniffke und Silke Burmester über die Veränderungen in journalistischer Arbeit. Neben der immer wieder fassungslos machenden Erkenntnis, dass es Menschen gibt, die absichtlich das Leben anderer durch trollen zerstören wollen lieferte das Panel einen flammenden Appell für sorgfältiges und transparentes Arbeiten und mehr Zeit für die Recherche. Auch hier war der Applaus der Gleichgesinnten im Raum sicher. Traurig nur, wenn auch guter Journalismus eher in einer Filterblase unterwegs ist statt Teil der Gesellschaft zu sein.

Für meine Arbeit auf der Projektstelle war das Netzgemeindefest das Highlight des ersten Tages auf der #rp18. Bei rund 100 Internetarbeitenden aus evangelischer und katholischer Kirche gab es jede Menge Gespräche und Möglichkeit zur Vernetzung. Danke an Hanno, Ingo und Felix fürs Organisieren! Mehr dazu im Artikel auf katholisch.de.

Einer der Zufallsfunde war für mich „Platform failure! YouTube, Facebook & Co. go rogue“ mit Bertram Gugel. Seine These: in den großen Plattformen würden mittlerweile ganz wenige den meisten Teil des Traffic auf sich ziehen. Keine Chance für kleinere und neue Anbieter, Reichweite zu generieren und noch weniger die Möglichkeit, hier auch Geld zu verdienen. Seine Beispiele in Spotify und Netflix waren da wesentlich interessanter. Bei mir blieb die Idee religiöser Angebote als Playlist hängen.

Die Folgesession „Kurz, bunt, jung. Die Talents von morgen“ war da ein Rohrkrepierer. Agenturchef Christoph Krachten präsentierte Marietheres Viehler, Tomasz Niemiec und Nic Dncr, drei 18- bis 20-Jährige, die entweder in Nischen tätig oder von Plattformen ausgebeutet das Ende des InfluencerHypes anzeigten. Auch wenn schneller Erfolg nach wie vor möglich ist, stellt sich mir doch die Frage, wie sich in dieser Kurzatmigkeit des Business noch ein Berufsleben mit halbwegs gelingender Lebensplanung möglich sein soll. Wenn die Zukunft bei der Jugend liegen soll, macht es jedenfalls keinen Sinn, wenn meine Generation in den Führungsetagen im ständigen hire and fire junge Talente im Durchlauferhitzer verheizt. Das Verhalten von musical.ly gegenüber dem  Tänzer Nic Dncr erinnerte jedenfalls an frühindustrielle Zustände.

Die Session „Modernes Metzger Marketing mit Social Media“ war leider wegen Überfüllung nichts für mich. Auch hier hoffe ich noch auf nachträgliche Berichte.

Spannend auch für die Social-Media-Arbeit der ELKB war „Dürfen die das? Was macht die Regierung auf Facebook und Co.?“ Johannes Dimroth, Abteilungsleiter im Bundespresseamt erläuterte und verteidigte die SocialMediaArbeit der Bundesregierung. Nicola Balkenhol von Deutschlandradio musste da leicht frustriert feststellen, dass den Medien weniger erlaubt sei als der Öffentlichkeitsarbeit staatlicher Stellen. Wie konsequent die Regierung ihre Möglichkeiten aber nutzte war sehr aufschlussreich. Da muss Kirche noch viel mehr Ressourcen aufwenden, um ähnliche Effekte zu erreichen … oder eben nicht mehr wahrgenommen werden.

Auf die Suche nach den oft vermuteten SocialBots machte sich Luca Hammer in „Bist du ein Bot? Wie Automatisierung unsere Kommunikation verändert“. Sein Fazit: wirkliche Bots, also autonom im Netz agierende Programme hat er so gut wie nicht gefunden. Aber jede Menge Accounts, hinter denen sich Menschen verbergen, um durch schiere Masse das Netz zu beeinflussen. Und oft auch die Frage, bei sehr schnellen Netzreaktionen „Bist du ein Bot?“ … erstaunlich, welche Energie manche User ins sehr schnelle Reagieren und Agieren setzen. Auch das automatisierte Posten und Vorplanen von Aktionen stellte Hammer in die Nähe der Bots. Denn streng genommen ist ja auch das nicht authentisch und echt.

„Wie Wissen im Netz funktionieren kann: “Terra X ” bei YouTube“ gab dem Team um Harald Lesch Gelegenheit, ihre Erfolgsgeschichte zu erzählen. Ein wunderbares Beispiel, wie Wissen und Feuereifer eine Gesellschaft weiter bringen. Lesch outete sich als YouTubeStar aus Zufall. Denn den Erfolg hatte er nicht erwartet, als er das Angebot des ZDF annahm, auch in den Sozialen Medien Wissen zu vermitteln. Man möchte  sich mehr Leschs wünschen, die aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaft Wissensschätze in handhabbaren Portionen öffentlich machen. Auch hier meines Erachtens ein Betätigungsfeld für Kirche.

Einen Blick in die Welt der DatingPortale ermöglichte Tabea Glindemann in „Oh no, Cupid: Wieso dein Tinderwunsch bisher nicht in Erfüllung gegangen ist“. Dass viele Männer es nicht schaffen, die Liebe ihres Lebens zu finden, ist mir seither etwas verständlicher. Wenn nur noch die Masse der Kontakte zählt und expliziter SexTalk die Kommunikation beherrscht ist es nur verständlich, wenn Frauen diese Männer nicht beachten. So toll ist ein Penis nu auch wieder nicht.

Mein Abschluss der re:publica gaben die Juristen Thorsten Feldmann und Henning Krieg mit ihrem Saisonrückblick 2017/18 Social-Media-Recht. Leider blieben die beiden bei ihrem zehnten Auftritt auf der Konferenz eine gute Stunde im Klein-Klein des Bildrechts hängen und ich versäumte den für mich wesentlich wichtigeren Teil zum neuen Datenschutzrecht. Wenn das Video des Panels verfügbar ist, liefere ich das aber nach.

Weitere Blogbeiträge findet ihr hier:

Sabine Depew “Wie die #rp18 mein Leitbild erneuert.”

Gruß aus der digitalen Küche – das NetzwerkÖffentlichkeitsarbeit 2018

Nicht jeder, der in ein Gourmetrestaurant geht, wird danach ein Feinschmecker. So manchen lockt auch danach Hausmannskost oder Burgerketten. Beim „Gruß aus der digitalen Küche“ (Jahrestagung Erfurt 2018 Gruß aus der digitalen Küche) des Netzwerks Öffentlichkeitsarbeit war es ähnlich. Denn so mancher hörte sich Referentinnen und Referenten an und blieb – so mein Eindruck – danach bei der eigenen Arbeit beim Bewährten. An den Vortragenden hat es dabei nicht gelegen. Das Team den Netzwerktreffens hatte hochkarätig eingeladen und die Tagung glänzend organisiert. Merkbar anders war im Vergleich zu Onlinertreffen wie der re:publica oder dem Barcamp Kirche, dass die überwiegende Mehrheit der Öffentlichkeitsarbeitenden nur konsumierte und nicht – wie auf anderen Tagungen üblich – auf Twitter oder anderen sozialen Netzwerken eigene Erkenntnisse, Querverweise und Beiträge mit anderen teile. Sharing community daher leider Fehlanzeige.

Zur Tagung gibt es mittlerweile wunderbare Blogposts, deren Ergebnisse ich hier ausspare und zu lesen empfehle:

Lena Modrow – „Gruß aus der digitalen Küche”

Ralf Peter Reimann – Social Media: Wer hat Mut? Wer darf scheitern?

Den Montagvormittag bestritten Harald Schirmer und Hannes Leitlein. Beide hochinteressante Gesprächspartner, die sich gegenseitig nicht kannten und aus ihrer Sicht spannende Impuls zur Arbeit in und für Kirche gaben.

Ein Aufruf zum Mutanfall – Digitale Zukunft gemeinsam gestalten
Harald Schirmer, Continental AG

Schirmer ist einer der genialsten digital transformer, der bei Conti den Wandel gestaltet. Nicht als einer, der „man müsste“ oder „wir brauchen“ nach vorne stellt sondern den Wandel in den Köpfen einläutet und vorlebt. Wieso fotografieren Sie mit ihren Smartphones meine Folien? Ist zwar schon super digital aber die Präsentation ist seit zwei Tagen online verfügbar … Treffer versenkt!

Wenig sinnvoll ist die oft wiederholte Heilsankündigung, man müsse sich innovative Menschen „von außen“ holen um den eigenen Betrieb zu retten. Oder zur Innovation StartUps gründen, die man dann in den Betrieb zurückholen könne. So entsteht immer ein Gefälle zwischen den Neuen und den Alten, denen drinnen und denen draußen, Abwehrhaltungen gegen das Neue, das immer einen Bruch mit dem bisher Gültigen in sich trage. Das sei kaum zu heilen und lähme die Kreativität innerhalb eines Unternehmens. Und sinngemäß weiter: wer es nicht schafft, dass der neben mir Lust bekommt, innovativ und kreativ zu werden, könne einen Betrieb nicht transformieren. „Ich muss mit den Leuten arbeiten, die ich habe“ ist dabei weniger Einschränkung als vielmehr ungeheures Potential. Neues Lernen ist nötig: „learn to unlearn“ gelerntes verlernen und neu denken!

Besonders fatal dabei ist die alte IT-Doktrin „Never change a running system“. Systemisch betrachtet sei jedes Unternehmen von vielen Faktoren abhängig, die sich ständig ändern würden. Wer könne da glauben, ein laufender Betrieb sei nicht änderungsbedürftig. Change Management bedeutet also den Wandel im laufenden Betrieb zu gestalten. Dabei gibt es in jedem Betrieb (spannend was das bei Kirche wäre) eine Hardware- und eine Softwareseite. Die Hardware sei das bestehende Geschäftsmodell, das von Fehlervermeidung, Regelung und Planung geprägt sei. Und nicht der Hort der Kreativen sei. „Wenn wir bei der Autoreifenproduktion nicht auf Fehlervermeidung setzen, sterben Menschen“. Die andere und neue Seite bei Businessmodellen sei die „Software“ aus Kreativität, Risiko, Ausprobieren. Wer nur auf eine Seite setzt, verliert. Als Transformer in einem weltweiten Unternehmen (Ist das Kirche nicht auch?) lieferte Schirmer auch gleich die Erfolgsfaktoren für gelingende Zusammenarbeit: Zeitunabhängigkeit, Ortsunabhängig und Skalierbarkeit. Jeder müsse da arbeiten können, wo es für ihn oder sie am besten sei und dabei nicht an Begrenzungen gebunden sein.

Aber auch Nachdenkliches zur Digitalisierung gab es: Oft sei Digitalisierung nur Einsparung. Was wir aber dringend brauchen, sind viele kreative Menschen. Und die könnten mit digitaler Arbeitsumgebung eben besser arbeiten.

„Ob ich schon wanderte im finster’n Digital … “ – Wie die Kirche ihre Zukunft verpennt
Hannes Leitlein, DIE ZEIT, Christ und Welt

Hannes Leitlein wiederholte im Wesentlichen seine Thesen aus seinem ZEIT-Artikel “Und wie wir wandern im finstern Digital” und reicherte sie mit Beispielen an (Link zum Blogartikel): wieso immer noch nicht alle Kirchen ihre Gottesdienste im Netz auffindbar veröffentlichten. Wieso PDF immer noch das Mittel der digitalen Wahl sei, wenn es gelte Inhalte online zu stellen. Und warum Angst in der Kirche immer noch einer der bestimmenden Faktoren beim Thema Digitalisierung sei … wer wenn nicht evangelische Christen müssten gut mit Angst klar kommen? „Die Kirche tut so, als sei sie ein ewiger Ladebalken.”

Leitlein war gewohnt wohltuend provokativ und outete sich als einer, der Kirche aus Liebe zu ihr verändern will. Seine Empfehlung: Die Kirche sollte ein Startup der verlorenen Söhne gründen, schick und in Kreuzberg, mit viel Geld, ner Espressomaschine, Fahrradständern und so. Und da wird dann Digitales für die Kirche entwickelt und ausprobiert. Wäre sein Vortrag ein Gottesdienst gewesen, hätte man danach „Vertraut den neuen Wegen“ gesungen.

Podiumsgespräch mit Hannes Leitlein, Harald Schirmer und Dr. Ralph Charbonnier, Kirchenamt der EKD

Nach zwei intensiven und kurzweiligen Vorträgen war wenig Zeit zur Weiterdiskussion. Der erste Wunsch des Publikums war jedoch „Machen wir erst mal eine kurze Pause“. Schade, auch so kann man einen Flow beenden. Danach demonstrierte die Protagonisten real existierende Kirche im digitalen Wandel. Hieß es bei Schirmer „Mut zum Wandel“ wollte Leitlein StartUps gründen. Ralph Charbonnier von der EKD kündigte an „den digitalen Wandel gestalten“. Für mich nahm der Drive da spürbar ab. Wichtig war dabei auch die Rolle der evangelischen Kirche bei den ethischen Fragen der Digitalisierung. Wie das mit wirklichem digitalen Arbeiten zusammen gehen wird, hat sich mir leider nicht erschlossen. Gespräche beim Mittagessen lassen mich aber vermuten, dass es einen nicht zu kleinen Teil von Kirchenmenschen gibt, die eine Renaissance des Analogen erwarten. Und da wären wir ja wieder ganz vorne dabei.

Exkursion zum KiKA und Podiumsgespräch

Der Nachmittag brachte einen Einblick in Sendebetrieb und Anliegen des in Erfurt produzierten Kinderkanals. In der Baumhaus-Deko ging es um Zielgruppen, Shitstorms und den Wert des linearen Fernsehens. Öffentlich-rechtliche Anstalten ticken dabei ähnlich wie Kirche.

Ein Abend mit der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland beschloss den ersten Tag. Die Workshops am Tag 2 waren ebenfalls wieder hochkarätig. Wenn es Material dazu gibt ist es im Folgenden verlinkt

Mobile Reporting. Mit dem Smartphone aktuell berichten. Martin Heller, TV- und Video-Journalist

Das Video im Web. Vom Konzept bis zum fertigen Beitrag. Esther Stosch, Evangelisches Medienhaus Frankfurt am Main

Social Media ist mehr als Facebook. Welcher Kanal für welche Inhalte und welche Zielgruppe? Ralf Peter Reimann, Internetbeauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland

WhatsApp in der Gemeindearbeit. Julia Schönbeck, Theologiestudentin Göttingen

Mein persönliches Fazit:

Öffentlichkeitsarbeit ist vielfach ein Arbeiten unter Volllast. Zu viele Anforderungen und zu wenig Ressourcen erzeugen – so mein Gefühl – oft Frust und ein „Besser weiter wie bisher“. Der digitale Wandel ist da oft mehr Bedrohung als hilfreiche Entwicklung. Erschreckend für mich nach vier Jahren Arbeit auf der Projektstelle Social Media: es gibt immer noch viele, die den „neuen Medien“ sehr kritisch oder skeptisch gegenüber stehen. Ich frage mich, ob es Kirche gelingt, digitale Transformation fröhlich zu gestalten und freudig damit zu arbeiten. Oder ob wir uns auf ein ethisches Wächteramt zurückziehen und analoges Kerngeschäft als Wesenskern so beschreiben, dass uns die Kommunikation verloren geht. „Kirche schaltet zu wenig auf Empfang“ sagt Hannes Leitlein. Zustimmung.

Rückblick auf die #digina17 – Konferenz zum digitalen Nachlass

Schon mal an digitalen Nachlass gedacht? Den Pin vom Smartphone, das Passwort für den Emailaccount oder den Zugang zum Onlinebanking, laufende Verträge über Handys oder Streamindienste, Onlineguthaben und die Urlaubsbilder in der Cloud .. all‘ das kann im Falle eures Todes für eure Familie oder Erben unerreichbar sein. Denn das „digitale Erbe“ ist gesetzlich weitestgehend nicht geregelt. Und wer hat schon alles so notiert, dass es auf dem aktuellen Stand nach dem eigenen Tod zugänglich ist für die, die es brauchen.

Ein bisschen Licht ins Dunkel brachte am 16. und 17. November 2017 die Konferenz #digina17 in München. Fachleute von Banken, Versicherungen, Bestattern, IT-Dienstleistern und Kirchen informierten über das, was es schon gibt. Und das, was noch fehlt. Und es fehlt noch weit! In den nächsten Wochen wollen wir ein paar Ergebnisse für euch zusammentragen, die euch helfen sollen, euren digitalen Nachlass zu regeln. Und das möglichst schnell, denn viele der Teilnehmer auf der #digina17  waren erstaunt, wie leicht manches Problem zu lösen ist … wenn man sich darum kümmert. Wir werden diesen Post also immer weiter updaten.

Ein generelles Problem: Ohne konkrete Regelungen des Erblassers besteht meist keine Möglichkeit, sich Zugang zu den Inhalten der bestehenden Konten zu verschaffen. Dienstanbieter sind nicht verpflichtet, Erben den Zugang zu gewähren. Ein digitaler Nachlassverwalter wäre da ein erster Schritt. Aber auch Onlinedienste haben das Problem erkannt.

Noch ziemlich unbekannt ist zum Beispiel der Google-Inaktivitätsmanager. Mit ihm lassen sich alle bewusst erzeugten wie auch alle automatisch generierten Daten aller Googledienste verwalten. Unter myaccount.google.com finden sich im Dashboard verschiedene Dienste. „Meine Aktivitäten“ erlaubt, alle Daten aus der Nutzung einzusehen und diese auch downzuloaden. Der „Inaktivitätsmanager“ greift, wenn einstellbar zwischen 3 Monaten und 2 Jahren nicht auf Dienste zugegriffen wird. Dann können bis zu 10 Personen vorher definierte Rechte bekommen und mit den Googledaten eines oder einer Verstorbenen das tun, was er oder sie vorher festgelegt hat. Auch die häufige Frage „Wird da wirklich alles gelöscht, wenn man eine Löschung will“ hat der Googlevertreter beantwortet: Ja, auch wenn das bis zu zwei Monaten dauern kann.

Barcamp in Köln #bckirche: #digitaleKirche: Gemeinden zwischen „must have“ und „nice to have“

Update: Über das Barcamp Köln gibt es mittlerweile mehrere andere Blogbeiträge:

Inga von Thomsen: Barcamp Kirche Online: Von 3D-Druck zu 360°-Video
Ines Hansla: #bckirche – (M)eine Powerbank
MaLei “Rückblick auf das #bckirche 2017
Horst Peter Pohl: “Schon mal auf einem barcamp gewesen?
… so und nun weiter im Text …

Wer von der Kriminalpolizei ein Anti-Einbruchs-Beratung anfordert, bekommt einen Besuch eines freundlichen Kriminalbeamten, der das Risiko für alle Zugangsmöglichkeiten eines Hauses oder einer Wohnung einschätzt und anhand der verwendeten Materialen beurteilt, wie lange ein Einbrecher hier und da für einen Einbruch benötigt. Je länger, desto besser. Und wenn eine Tür schon gut geschützt ist, das Fenster daneben aber weniger, rät er, das Fenster zu ertüchtigen statt die Tür auszutauschen. Wenn Kirchengemeinden Schritte in Richtung digitale Kirche machen, überlegen sie oft, womit sie beginnen … und wählen vielfach das, was Ihnen gerade sinnvoll erscheint. Vielleicht ist aber etwas anderes sinnvoller. Auf dem Barcamp KircheOnline von 13. Bis 15. Oktober 2017 in Köln haben wir uns darüber Gedanken gemacht und mögliche Maßnahmen in einer Matrix abgebildet. Die Übersicht finden Sie hier:  digitale Kirche S M L XL. Dazu ein paar Erläuterung:

Technische Ausstattung

Kirchengemeinden haben in der Regel eine Kirche, ein Pfarramt und Gemeinderäume. Um hier in digitale Arbeit einsteigen (Size S) zu können und mit digitalen Angeboten das Gesamtangebot zu erweitern, braucht es heben einem Verwaltungsnetz (im Bereich der ELKB das SKN2) einen gesonderten Internetzugang (Minimum 6 Mbit). Zum mobilen Einsatz sollten ein Laptop und ein Beamer zur Verfügung stehen. Kirche und der größte Gemeinderaum sollten mit einer guten Beschallung versehen sein, die das Signal auch an weitere Geräte (zB für Videostream oder Aufnahme) weitergeben kann. Haupt- und Nebenamtliche Mitarbeitende sollten ein dienstliches Smartphone haben. Besser (Size M) wäre freies WLAN in allen Räumen (empfohlen ist hier godspot) an einer 50 Mbit-Leitung, fest installierter Beamer in Gemeindesaal und Kirche und eine Audioanlage, die ein digitale Aufnahmemöglichkeit bietet. Auf dem Barcamp umstritten war der Vorschlag, bei „nice to have“ in Gottesdiensten alle Lieder und Texte für die Gemeinde digital (als Download oder mit Beamer) anzubieten und gänzlich auf Gesangbücher und Liedblätter zu verzichten. Da war einigen der Erinnerungswert zum Beispiel bei Hochzeiten dann doch zu hoch. ) „Nice“ wäre aber eine Soundanlage mit eigenem Mischer, der bei Gottesdiensten oder Veranstaltungen für den guten Ton sorgt. Ein digitaler Schaukasten vor und ein digitales Gäste- oder Gebetsbuch in der Kirche waren dann fast schon „High end“ von Technik.

Homepage

Den Abschnitt Homepage haben wir unter mehreren Gesichtspunkten gesehen. Jede Kirchengemeinde sollte minimal eine HP haben, deren URL den Namen von Ort und/oder Kirche und „evangelisch“ enthält („ORTODERKIRCHE-evangelisch.de“). „Good to have“ wäre das Einhalten des Corporate Design der Landeskirche, zu empfehlen der jeweilige Web-Baukasten, also für die ELKB das Angebot der Vernetzten Kirche. Technisch sollte die Homepage in jedem Fall responsiv sein und das CMS mehreren Redakteuren das Arbeiten ermöglichen. Zu den Basics sollten Barrierefreiheit und ein rechtssicheres Impressum gehören. „Nice to have“ wäre der Content einer Website auch als App.

Die Homepage als Kontaktfläche

Als „must have“ beschrieben die Teilnehmer des Barcamps eine Kontakt-Übersicht mit Fotos, Telefon und Email aller Mitarbeitenden sowie eine Übersicht über die Gebäude der Kirchengemeinde mit Fotos, Anschrift und Navi-tauglicher Position. Ein Link zum EKD Service Telefon  erspart zudem viele Fragen, da die dortigen Mitarbeiter diesen Service für alle Kirchengemeinden Deutschlands Montag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr anbieten und oft schon weiterhelfen können. Als nächste Ausbaustufe wäre eine niederschwellige Kontaktmöglichkeiten über Facebook-Messenger, Twitter oder WhatsApp zu nennen und eine Reaktionszeit von maximal einem halben Tag. Für Beerdigungen und seelsorgliche Notfälle hilft eine Notfallnummer. „Nice to have“ wäre eine Antwort binnen 2 Stunden (8 bis 22 Uhr), „Highend“ und vermutlich nie zu erreichen ein 24/7-Service.

Homepage und Gemeinderäume

Grundsätzlich sollten online einfach auffindbar Anschriften, wenn möglich mit Öffnungszeiten aller Büros, Kirchen, Gemeinderäume zur Verfügung stehen mit Fotos der Außenansichten. Die Barrierefreiheit sollte ebenfalls angeben sein; ein Eintrag in der Wheelmap ist sinnvoll. Die Mittlere Ausbaustufe wäre, die Belegung der Räume online anzuzeigen, „nice to have“ die Online-Buchung von Räumen, so das von der Kirchengemeinde angeboten wird.

Homepage und Termine

Nachdem durch Vernetzte Kirche mit Evangelische Termine eine kostenlose und leistungsfähige Termindatenbank in der ELKB angeboten wird, sollten in einer digitalen Kirche alle Veranstaltungen plus Ortsangabe eingegeben sein und aus der Datenbank auf die Homepage (und auf Papiermedien) ausgespielt werden. Eine Stufe weiter könnten sich auf einer GemeindeHomepage alle evangelischen Termine der Stadt oder der Region finden und weiterführende Infos mit dem Termin verbunden sein. User können sich Termine im Abo und als ical herunterladen und sich für Veranstaltungen anmelden. „Nice to have“ wäre die Einbindung wichtiger Termine der ökumenischen Partner vor Ort und der Landeskirche. Auch Schnittstellen zu anderen Arbeitsbereichen     (Erwachsenenbildung, Kultur etc) wären hier nicht schlecht. Das XL-Angebot einer digitalisierten Kirchengemeinde wäre der Link zu Inhalten und Texten von Veranstaltungen und zu angebotenem Livestream schon bei den Terminen.

Homepage und Social Media

Minimales Angebot einer Homepage sollte der Link auf vorhandene Social Media Aktivitäten der Gemeinde sein. Besser wäre die Einbindung oder Vorschau mittels Framing, noch besser eine Social Wall der Gemeinde, die alle Posts und Beiträge von Kirchengemeinde und Usern über sie zeigt. (Kleiner Nebeneffekt: Die Wall könnte auch in Kirche, Schaukasten oder Gemeindehaus angezeigt werden)

Download-Bereich

Essentiell ist ein Download-Bereich auf der Homepage. Er sollte mindestens wichtige  Formulare wie Taufanmeldung oder die Anmeldung zum Konfirmandenunterricht enthalten und den Download von Friedhofsordnung, Gebührenordnungen und anderen Dokumenten als PDF anbieten. Auch der Gemeindebrief (als Webfassung ohne Datenschutz-relevante Angaben) sollte hier zu finden sein. Die Inhalte des Gemeindebriefs müssen aber nicht auf den Druck des Gemeindebriefs warten. Eine zeitnahe Veröffentlichung und aktuelle Berichterstattung ist hier besser. Mehrere Teilnehmer des BarCamps wiesen darauf hin, dass bei Online Anmeldungen von Minderjährigen die Unterschrift der/des Erziehungsberechtigten benötigt wird. Ganz ohne Papier geht es also hier nicht. Auch wenn streng genommen nicht zu Download gehörig – die Anmeldung zu einem Newsletter der Kirchengemeinde sowie ein RSS  -Feed (den es übrigens zu diesem Blog leider immer noch nicht gibt) wurde ebenfalls bei L einsortiert. Die Option, alles nur noch online zu bearbeiten, fand auf auch auf dem BarCamp keine Mehrheit. Denn wo bleibt das Herz dabei? Damit genug von Homepage und ein anderes Feld

GoogleMaps und Wikipedia

War es noch vor zehn Jahren wichtig für Kirchengemeinden, in Karten und Stadtplänen mit Kirche und Gemeindehäusern eingetragen zu sein, ist an diese Stelle GoogleMaps und sein Open-Source-Verwandter OpenStreetMap getreten. Ein Thema für Kirchengemeinden? Ja, denn sie müssen sich als „Eigentümer“ für Ort in digitalen Karten eintragen lassen. Entsprechende Links finden sich beim Ortspin auf einer digitalen Karte. Und Achtung: Die Bearbeitung dieser Einträge kann bei Google schon mal ein paar Wochen dauern. Ist das geschafft, empfiehlt es sich, mindestens die Öffnungszeiten von Pfarramt und Kirche einzutragen sowie einen Link zur Homepage zu setzen. „good to have“ wäre auch hier Bilder der Gebäude und wenn nötig Parkhinweise. „Nice to have“ wäre ein anrufbares Vorstellungsvideo und monatlich oder vierteljährlich wechselnde Bilder. Ein Hinweis noch zu Wikipedia: Hier sollten Kirchengemeinden kontrollieren, ob ein Eintrag vorhanden ist und dieser stimmt. Änderungen sind dann nur möglich, wenn für den Sachverhalt eine öffentlich zugängliche Quelle angegeben werden kann und der Bearbeitende einen Account bei Wikipedia hat.

Die Mitglieder-Datenbank

Hier bewegen wir uns als #digitaleKirche im Bereich der Wunschzettel, denn viele mögliche Features sind mit der in der ELKB verwendeten Software MewisNT nicht umsetzbar. Die Basis ist unstrittig eine Mitglieder-Datenbank mit den Meldedaten der Kommune, die nach den Maßgaben des Datenschutzes gespeichert und bearbeitet wird. Auf der nächsten Stufe käme die Eingabe von Verbindungsdaten wie Telefon Mail der Gemeindeglieder sowie eine datenschutz-konforme Verbindung zu Kontakten aus SocialMediaAnwendungen, zum Beispiel um zum Geburtstag per Brief, Telefon oder FacebookPost zu gratulieren. „Nice to have“ wären zusätzliche Felder der Mitglieder-Datenbank, in denen sich (natürlich nur mit Zustimmung der Datengeber) abonnierte Mailings, Kasualien der Vergangenheit, Berufe und Skills der Gemeindeglieder eintragen lassen. PfarrerInnen und andere Mitarbeitender hätten so einen schnelleren Überblick, mit wem sie es zu tun hätten und könnten besser uns passgenauer arbeiten.

Social Media

Zum Einsatz von Social Media in Kirchengemeinde gibt es in diesem Blog schon mehrere Beiträge. Das soll hier also nicht wiederholt werden. Minimal sollte aber eine Kirchengemeinde bei Engagement in sich über eine zu erreichende Zielgruppe klar sein und diese definieren. Klar muss auch das Ziel der Ziel Kommunikation in Sozialen Medien sein und entschieden, wer kommuniziert. Das kann dann zu Bespielen einer Social Media Plattform führen, die eine Gruppe oder ein Ziel am besten erreicht. Size M wären hier mehrere Plattformen und bei Size L wäre eine digitale Kirche auf allen relevanten Anwendungen für alle möglichen Zielgruppen der Gemeinde aktiv. Für Messengerdienste wäre eine proaktive Kommunikation via WhatsApp Broadcast sinnvoll

Wir und die anderen

Aus den Reihen der BarCampTeilnehmer kam der gute Hinweis des Zusammenspiels einer Kirchengemeinde mit anderen Einrichtungen und Institutionen. Als Basis wurde die Verlinkung mit allen Auftritten von Akteuren einer Kirchengemeinde, mit Angeboten der Diakonie und Beratungsstationen Kitas. Ein Plus wäre da dann die Verlinkung zu Partnern in der Ökumene und „nice to have“, passende Inhalte in andere Plattformen ausspielen zu können oder in die eigene Kommunikation zu übernehmen Soweit das bisher Gedachte. Das alles ist work in progress. Sie haben Ergänzungen? Her damit! Per Mail an mich, denn die Kommentar-Funktion dieses Blogs ist wegen eines Spam-Angriffs derzeit nicht verwendbar.

8. Oktober in Memmingen: Fernsehgottesdienst mit second screen

Live Gottesdienst und Social Media

Sie können den Fernsehgottesdienst „Wir wollen frei sein“ am 8. Oktober in Memmingen St. Martin von 10 bis 11 Uhr auch live und online mitfeiern. Der Bayerische Rundfunk bietet die Übertragung in seinem Fernsehprogramm und als Livestream. Zusätzlich hat die Projektstelle Social Media der ELKB einen „second sreen“ eingerichtet: auch auf Facebook und Twitter lässt der Gottesdienst verfolgen und mit Kommentaren und eigene Gedanken interaktiv mitfeiern.

Twitter ist mit Vor- und Nachberichten, allen Teilen des Gottesdienstes, Links zu Liedtexten und Zusatzinformationen sowie User-Beiträgen dabei das Live-Medium. Der verwendete Hashtag ist #freisein.

Auf Facebook gibt es auf der Seite der Landeskirche Posts zu den Themen des Gottesdienstes, bei Sie miteinander ins Gespräch kommen können. Denkanstöße sind Artikel der Memminger Bauern von 1525 zur Leibeigenschaft, zum Recht auf Wasser und Jagd und zu Arbeit und gerechtem Lohn. Während des Gottesdienstes gibt es Posts zu einzelnen Teile des Gottesdienstes.

Während der Liveübertragung landen alle Beiträge aus Twitter und Facebook wie auch Gebete und Fragen direkt in der Kirche. Zitate aus Userbeiträgen auch im Gottesdienst vor.

Informationen zum Gottesdienst

Prediger im Fernsehgottesdienst ist Dekan Christoph Schieder, um die Liturgie kümmert sich Dekanin Claudia Schieder. Isabel Haslach ist Lektorin, Reinhard Heuß, Christoph Heuß und Stefan Nielsen sind die Sprecher.

Update: Die Predigt zum Fernsehgottesdienst 8.10.2017 zum Nachlesen

Die Musikalische Leitung Kirchenmusikdirektor Hans-Eberhard Roß, der auch an der Orgel zu hören ist. Weiter beteiligt sind Kinderkantorei St. Martin sowie der Bläserchor St. Martin unter der Leitung von Rolf Spitz. Tenorsaxophon spielt Christian Elin.

  • Anfangsmusik: Petr Eben (1929-2007) “Finale” aus “Sonntagsmusik”
  • Einwürfe der Kinderkantorei: Auszüge aus dem Musical “Mönsch Martin
  • Zwischen und nach der Predigt Improvisationen von Christian Elin (Saxophon)über “Go down, Moses“, „Einigkeit und Recht und Freiheit“ und  „Nun freut euch lieben Christengmein“”
  • Zwischen den Fürbitten “Ich in vergnügt, erlöst, befreit”, Text: Hans Dieter Hüsch, Musik: Kai Koch

Links

Hier die weiter führenden Links
> www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/ausstrahlung-1185720.html
> twitter.com/elkb  Hashtag #freisein
> www.facebook.com/EvangelischLutherischeKircheInBayern

(Der second screen Gottesdienst mit ist eine Kooperation der „Beauftragten der Evang.-Luth. Kirche in Bayern für Hörfunk und Fernsehen beim Bayerischen Rundfunk“ mit der „Projektstelle Social Media und Networkmanagement im Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Publizistik“ und dem Evangelischen Dekanat Memmingen)

Love out loud! Neues in der Digitalen Netzgemeinde

Es ist wieder mal Kirchentag in Berlin. Auf der re:publica eben für die Netzgemeinde. Doch irgendwie gleichen sich die Bilder zwischen #rp17 und #dekt: das Publikum wird älter und trägt gerne mal Stühle in die Fluchtwege. Manches ist arg liebgewordene Tradition und die Organisatoren haben schon Angst um die Authentizität.

Die rp17 begann am Montag mit der opening ceremony. Gleich am Anfang Solidarität: Das Eröffnungspanel erinnerte an Blogger*innen und Journalist*innen, die derzeit weltweit im Gefängnis sitzen. Realität einer Welt, die nur in Europa und Deutschland so friedlich aussieht. Anderes Thema dann: Was hilft gegen den Hass? Erinnert wurde an Beiträge vergangener re.publicas, die geholfen haben und letztlich auch zum Motto dieses Jahres geführt haben: „Love out loud!“ Der Beifall der Netzgemeinde war groß. Prägend dazu die Keynote von Sascha Lobo, der in seiner Predigt dazu aufrief, mit Rechten zu diskutieren statt sie auszugrenzen. Liebe hat im Netz schnell mit Engagement zu tun. Nur gegen Hass zu sein, genügt nicht mehr.

Erstmals auf der rp vertreten die Kirchen. Ralf Peter Reimann hat in seinem Blog dazu das Wesentliche gesagt. Mein Eindruck: Das Wir-Sind-da genügt auch hier nicht mehr. Viele feiern es, dass Kirche auch in dieser Welt endlich (!) angekommen ist. Doch wer bei einer Party durch die Tür tritt, muss dann auch performen und sich unterhalten. Eine Haltung des „Wir sagen euch, worauf es ankommt“ ist da nicht hilfreich und doch oft zu finden. Johanna Haberers 10 Gebote oder das Papier der katholischen Bischofskonferenz sind Aufschläge, mehr nicht. Jetzt sind konkrete Schritte fällig und da sehe ich (zu) wenig.

Netzgemeindetreffen – Churchies auf der #rp17

Ingo Dachwitz hatte es organisiert, über 50 Netzwerker aus den Kirchen kamen. Und wieder mal wurde klar, #digitaleKirche ist schon viel weiter, als alle denken. Wir sind viele und wissen immer noch wenig voneinander. Was fehlt ist die Sichtbarkeit, das Wahrnehmen, dass Kirche nicht hintendran ist sondern mitten drin. Oder jedenfalls nahe dran.  Auch hier muss noch mehr kommen.

Doch jetzt ein paar meiner persönlichen Highlights:

Brauchen wir ein anständiges CommunityManagment?

Wohltuend konkret das Panel zum „anständigen CommunityManagment“.  In den Anfängen der Social Media Kommunikation waren Unternehmen in Ihren Strategien vielfach noch auf Reichweite fixiert. Das, so das Panel, ändert sich langsam.  Schneller geändert hat sich aber der Ton im Netz. Immer mehr schreiben Menschen im Netz Dinge, die sie niemals von Angesicht zu Angesicht sagen würden. Interessant, das auch eine Klarnamen-Pflicht nicht viel geholfen hat. Nicht mal in SüdKorea, wo man seine persönliche ID angeben muss. Wie damit im Community Management umgehen?

Als Ideen wurden genannt: ein freaky Friday, an dem das Team ein Auszeit nehmen kann. Sich Zeit nehmen, und Antworten auf HassKommentare nicht gleich schicken. Treffen mit Kollegen aus anderen Zusammenhängen helfen, einen anderen Blick auf das Thema zu bekommen. Dazu die zeitliche Beschränkung: Wer viele Hasskommentare bearbeiten muss, sollte das nur eine Zeit lang tun. Gut auch eine „Wall of happyness“, an der positive Rückmeldungen ausgedruckt hängen.

Aber auch negative Beispiele von Community Management gab es: da veröffentlich ein Restaurant herablassende Kommentare, die alle lesen können. Ein fatales Signal. Ebenfalls ein No-Go: User beleidigen, abfällige Emojis oder auf Kosten der der User. Besser ist es, negative Kommentarleute einladen und das Gespräch suchen (siehe Sascha Lobo).

Zum erfolgreichen CommunityManagment sollt es auch gehören, klar zu sagen, was gelöscht wurde und auf die Netiquette hinweisen oder bei Antworten weitere Quellen anzugeben. Die eigene Haltung dabei sollte nicht überheblich sein und nicht gleich das negative vermuten. Rechtschreibfehler werden nicht korrigiert, Ironie und Sarkasmus werden vermieden und Gutes ebenfalls kommentiert. Denn der FacebookAlgorithmus spielt die Kommentare nach oben, die kommentiert werden. Gute Kommentare weiter oben in der Timeline verändern die Diskussion.

Social Media Recht – die jährliche Rechtsberatung

Der Bereich Foto nahm drei/viertel des Panels ein. Wie immer empfehle ich das Nachsehen bei YouTube (Link fehlt noch). Für Kirchens interessant: Bei CC-Lizenzen raten Feldmann und Krieg dazu, NC (non commercial) nicht zu verwenden („Vergiss NC-Lizenz!“). Die Regelungen seien zu undurchsichtig. NC nicht zu nutzen betrifft auch Kirchengemeinden: auch Spendensammeln ist ein kommerzieller Zweck. Auch wichtig: Bei CC Lizenzen müssen alle Bedingungen erfüllt sein. Wenn ein – auch kleiner Teil – nicht durch die Lizenz gedeckt ist, ist die gesamte (!) Nutzung illegal. Die gute Nachricht: In Fällen von verletzten CC-Rechten gibt es in der aktuellen Rechtsprechung pauschale Beträge zwischen 50 und 100 Euro für die widerrechtliche Nutzung. Achtung aber: Abmahnanwälte kümmert das nicht. Die hören nicht auf und viele zahlen, damit das aufhört.

Der Hinweis bei Veranstaltungen, dass fotografiert wird, gilt (leider) leider nicht als Einwilligung der Fotografierten, die Bilder verwenden zu dürfen. Hilfreich sind sie trotzdem. Klarer sind hier die gesetzlichen Ausnahmen für „zeitgeschichtliche Ereignisse“ und „Versammlungen und Aufzüge“, die das Fotografieren regeln.

Günter Dueck -  Flachsinn

Es ist immer so: einer entdeckt das Paradies und schwärmt, wie das schön ist. Dann kommen die ersten Touristen und irgendwann ist es vorbei und alle beschweren sich. Günter Dueck beschrieb sehr unterhaltsam das auch für das Internet. Der Digitale Wandel dauert auch schon dreißig Jahre und mittlerweile tummeln sich auch hier die Pauschaltouristen. Unverständlich deswegen, dass die Betriebswirtschaftler immer noch von Digitaler Transformation reden, so als ob sie noch bevorstünde.

Der Umgang mit dem Netz will dabei unabhängig des Alters gelernt sein. Wenn Kinder was lernen, fallen Sie hin. Erwachsene aber sagen immer, ich will nicht hinfallen. Das gehört aber zum Lernen. Ebenso wie die Unausweichlichkeit, das Neue zu verstehen: Können Ärzte sagen, wenn eine neue Methode kommt, muss ich mich damit befassen?

Heftige Kritik übte Dueck an der Dauerüberwachung in den Unternehmen. So wie früher runde Gefängnisse gebaut wurden, in denen ein Wärter alle Gefangenen beobachten konnt, ist es heute in Unternehmen: es genügt, dass einer ihre Zahlen kontrollieren könnte und alle Arbeitenden leben in Angst. Das schlimmste ist dann, auffällig sein, „sozial auffällig“ dabei noch schlimmer. Oper sei dann, so Dueck dasselbe anders herum: Ich stehe auf der Bühne und muss auffällig sein. Wurde früher jemand befördert, der lange nicht auffällig war ist es heute ein Beförderungsrisiko, nicht sichtbar zu sein. Tue Gutes uns rede darüber …

Mit fast kindlicher Freude führte Dueck auch dieses Mal neue Fremdwörter ein: „Phatische Kommunikation“ zum Beispiel. Es steht für inhaltsfreie Kommunikation bei bei Facebook und WhatsApp. Wichtiger als Inhalte sei da das Gefühl „ich bin da und du ist auch da“. Ein Foto schicken und der andere weiß, es ist alles gut. Mehr ist da nicht. Ein interessantes Denkmuster.

Klar kritisierte Dueck Sigmar Gabriel: „Liebe den Fremden wie dich selbst und sage  nicht Pack zu deinem Nächsten!“ Es sei Teil des Hatespeech, von anderen zu behaupten, sie säßen in einer Filterblase, der ist selbst in einer. Und auch das Phänonem Trump kam zur Sprache: „Wir müssen lernen, dass man mit bloßer Bösartigkeit Wahlen gewinnen kann. Wir müssen verstehen, was da ist. Negative Aufmerksamkeit funktioniert immer. War einer früher Klassenkaspar, wird dies gleiche Haltung heute zum Businessprinzip. Schlechte Aufmerksamkeit auch sehr erfolgreich sein.

Keine Hoffnung? Doch: Wo sind die Geisteswissenschaftler? fragte Dueck und ich ergänze: wo sind die Theologen. Die einstigen Autoritäten verharrten in stiller Netzphopie. Dueck sagte: Raus! Raus! Raus! Wir müssen euch hören!

Soviel erstmal … dieser Blogpost wird noch weiter bearbeitet. Und er ist sicher noch nicht fehlerfrei.

Internet as Public Space – Extended Reality and Public Theology auf der #ecic22

Die 22. European Christian Internet Conference führte die rund 30 TeilnehmerInnen nach Warschau, wo die Tagung auf Einladung der Polnischen Evangelischen Lutherischen Kirche stattfand. Im 500. Jahr der Reformation hatten wir somit auch einen Einblick in die Situation einer Minderheitskirche, die selbstbewusst ihr reformatorisches Erbe feierte. In einem Land, im dem die Menschen „Kirche“ automatisch mit der katholischen Kirche in Verbindung bringen. ECIC-Teilnehmer aus Schweden kennen das, nur anders herum. „Die Kirche“ ist da evangelisch. Doch nun zu meinen unvollständigen weil persönlichen Eindrücken. Wer weitere lesen will, dem sei der Blogbeitrag von Ralf Peter Reimann empfohlen.

Vitual reality

Der erste Keynotespeaker Dr Jerzy Sojka von der Christian Theological Academy in Warsaw wagte nach eigener Aussage einen Blick in eine für ihn fremde Welt: Internet und Social Media. Seine Thesen blieben mir etwas unverständlich, versuchte er doch lutherische Theologie mit Netzfragestellungen zusammen zu bringen. Mit durchaus interessanten Fragestellungen doch eben mit der Versuchung, der so viele erliegen: Sie versuchen – in diesem Fall virtuelle Realität – ohne eigene Kenntnis zu verstehen, mögliche Probleme von Internetarbeitenden zu definieren und von da aus ihre Impulse zu setzen. Wegen dieser Hilfskonstruktion bleiben solche Vorträge meist hinter dem zurück, was in der Netzwelt bereits besprochen und vielfach geklärt ist. Damit wiederholen sich bei Impulsen von „außerhalb“ manche Fragestellungen. So auch hier. Wer mehr wissen will, dem sei der Vortrag als Video empfohlen.

Networking

„Sucht die und redet mit denen, die ihr nicht kennt!“ war die Ansage für einen wichtigen Teil jeder ECIC: die Gespräche am Rand der Vorträge und während Pausen sowie am Abend. Und wann hat man schon mal die Gelegenheit, Erfahrungen aus Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen, England, Schottland, der Schweiz, Lettland, Polen, Deutschland und Serbien – so die Länderverteilung dieser ECIC – in einer Runde austauschen. Immer wieder spannend, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die ähnliches wie die eigene Arbeit in anderen Zusammenhängen tun. Wann kann man schon mal von kirchlicher Internetarbeit erzählen und sich Rückmeldungen geben zu lassen, ohne sich zuvor ermüdend lange über den Sinn von Internet an sich und seinen Gefahren austauchen zu müssen. Im selbstverständlichen gemeinsamen Netzarbeiten lassen sich Erfahrungen im Konfirmandenunterricht oder zu Digitaler Kirche länderübergreifend und kritisch betrachten.

Mein Fazit hier: andere sind wesentlich weiter und wir müssen mehr Geld in die Hand nehmen, um aufzuschließen und Entwicklungen bei uns nicht zu verschlafen. Am augenfälligsten wurde mir das bei Pray as you go, der täglichen  Gebetszeit zum Mitnehmen produziert von Englischen Jesuiten. Eine kluge Verbindung von Podcast, App und Social Media, die sicherlich im deutschen Raum auch funktionieren würde. Vergleichbare Angebote habe ich bisher eher auf Landeskirchen fixiert wahrgenommen.

Virtuelle Realität ist einfach

Der erste volle Konferenztag begann mit einer Morgenandacht und der Keynote von Piotr Baczynski, co-founder and CEO at „Immersion“. Der Geschäftsführer der Internetfirma beschrieb klar die derzeitige Marktentwicklung. Internetfirmen wie Facebook und Google versuchen im Feld Virtual Reality Marktführer zu sein. Wie schon zuvor werden dabei erfolgreiche Entwicklerfirmen aufgekauft und ins jeweilige Portfolie eingegliedert. Die Besonderheit: In VR lässt uns unser Gehirn in ein Szenario eintauchen. Diese Art des HyperRealismus lässt sich in vielen Anwendungsgebieten nützten: So lassen sich in Krankenhäusern Patienten durch VR in andere Welten entführen und entspannen dabei. Oder Sie tauchen in die Zusammenhänge ihres Körpers ein und lernen etwas über ihren Gesundheitszustand. Beeindruckend auch das Beispiel, in VR Geschichten wesentlich intensiver erzählen zu können: „Clouds over siria“ entführte so Entscheidungsträger auch der UN in den Alltag der Menschen im Krieg in Syrien … und ermöglichte so andere Entscheidungen. Mitgefühle für die Menschen in Kriegsgebieten waren geweckt. Aber auch ganz handfeste wirtschaftliche Interessen lassen sich umsetzen: Wenn Fußballspiele als VR-Livestream übertragen werden, lassen sich quasi unbegrenzt Karten in der ersten Reihe verkaufen. Kritische Anfragen der ECIC-Teilnehmer waren da auch auf dem Plan: Wenn es nur noch Zuschauer gibt, fehlt einer Veranstaltung – ganz gleich ob Fußball oder Gottesdienst – das Zusammenwirken und die Gemeinschaft der Teilnehmer. Vermutlich wird es nicht mehr lange dauern, bis auch ein Rückkanal möglich ist und Teilnehmer via VR für andere sichtbar und wahrnehmbar sind.

Und im Beispiel eines Workshops vom Donnerstag zu sprechen: Wenn es möglich ist, an einem Gottesdienst via Livestream teilzunehmen, könnte VR die Kirche neben der Gemeinde mit Avataren der Netzteilnehmer füllen, die der predigende Pfarrer über GoogleGlases sehen könnte. Technisch möglich. Über die Qualität und Attraktivität von Gottesdiensten ist damit aber noch wenig gesagt.

Für mich berührend war in dieser Präsentation die Idee eines virtuellen Tourismus, der „Zugang“ zu Kirchen in wegen Krieg unzugänglichen Gebieten ermöglichen kann oder der Gemeinde einer zerstörten Kirche einen Gottesdienst in ihrer ehemaligen Heimat feiern lässt. Nahezu unbegrenzte Möglichkeiten … wie, ob und wann Kirche da einsteigt, wird sich zeigen. Nach Aussagen von Piotr Baczynski sei ein Einstieg aber nicht schwer. Die entsprechenden technischen Mittel seien vergleichsweise günstig zu bekommen. „Sie müssen  nur anfangen!“

Kirche(n) in Polen

Was geschieht, wenn eine (katholische) Mehrheitskirche zusammen mit orthodoxen und lutherischen Kirchen diskutiert. In der Panel discussion: “Past, present and future – the Polish churches and the internet” taten das die drei Vertreter aus Polen sehr freundlich und sehr verschieden. Netzarbeitende kennen sich. In der Sache verstand ich, dass Kirchen im Internet in Polen sehr unterschiedlich ist und die jeweilige Rolle der Kirche (Staatstragend oder Widerstand, Mehrheit oder Minderheit) sehr stark die Inhalte bestimmt. Interessant auch, dass zum Beispiel beim Flüchtlingsthema eine Kirche zwischen unterschiedlichen Position im eigenen Land und in der verbundenen Weltkirche vermitteln muss.

Tell your story

Einen eignen Raum nehmen auf der ECIC halbstündige Sessions ein, in der die Teilnehmer eigene Projekte vorstellen können oder sich Rückmeldungen der anderen Fachmenschen holen können. „It’s only a project! – 4 years social media in church“ war mein Thema. Die Rückmeldungen der KollegInnen waren hilfreich um die Arbeit der Projektstelle in eine Langfristigkeit zu überführen. Denn auch in anderen Ländern wollen Entscheidungsträger überzeugt werden, etwas zu forcieren, an dessen Nutzen sie nicht teilhaben.

Kleines persönliches Highlight war David Silverkor, der von einer spontanten PokemonGo Aktion seiner Kirchengemeinde erzähle. In einer ländlichen Region Schwedens waren in seiner Hauptkirche zwei von drei Spielarenen des Onlinespiels verortet. Eine Chance, Kirche Jugendlichen zu präsentieren. Und er veranstaltet seit dem wöchentlich donnerstags vor der Werktagsmesse und anschließender Jugendgruppe ein Treffen für PokemonSpieler mit Getränken und Kleinigkeiten zu Essen. Er als Pfarrer ist nur da und zu Gesprächen bereit. „Wir erreichen so Menschen, die wir im Ort noch nie erreicht haben. Und wenn dann hinterher Gottesdienst ist, lassen wir die Türen offen und so manche Spieler finden den Weg hinein. In Schweden ist es gut für uns als Kirche, Vorurteile abzubauen“, so sein Fazit.

Christen in der Virtuellen Realität

Der dritte ECIC-Tag begann für mich mit der Morgenandacht, die ich übernommen hatte. Auf Englisch immer wieder ein bisschen Neuland. Aber schön.

Für die Verbindung zwischen Technik und Ethik sorgte am Donnerstag Professor Wojciech Cellary, Professor an der University of Economics in Poznan. Sein naturwissenschaftlicher Zugang macht VR zu einem normalen Lebensvollzug: Menschen sehen (gut platonisch gedacht) nie die Realität sondern immer nur die Lichtreflexe eines Gegenstandes oder einer Person, nicht das Ding an sich. In virtuellen Anwendungen sehen wir künstliches Licht. Und „Licht ist Licht“, den Unterschied zwischen natürlichem und generiertem Licht könne das menschliche Auge nicht wahrnehmen. Was der Mensch betrachtet lässt sich dabei in reale, abstrakte und phantastische Objekte unterscheiden. Reale Objekts helfen die Welt zu verstehen. Abstrakte Objekte sind angereichert mit zusätzlichen Informationen anderer Sinne oder Quellen und phantastische Objekte sind reine Produkte der Phantasie. Die Beispiele, die Professor Wojciech gab, sind allein schon wegen ihrer Faszination sehr zu empfehlen.

Nachdenklicher war seine Anfragen: Wie verändert VR eine Person? Zuerst bedeutet VR bedeutet einen Zuwachs an Möglichkeiten. Die Fähigkeit sich zu entscheiden bekommt mehr Möglichkeiten, die Fähigkeit aber bleibt dieselbe. Problematisch ist das Nachahmen der Möglichkeiten zB aus einem Spiel in Realität, denn menschliche Fähigkeiten bleiben begrenzt. Ein in VR ein getöteter Mensch kommt wieder, in Realität nicht. Dass es Spaß macht Böses zu tun, liegt anscheinend in der Natur des Menschen, wieso aber gibt es so wenig Spiele, bei denen es Spaß macht Gutes zu tun. Wenn jemand im Spiel tötet und vergewaltigt, hat das keine Auswirkung auf die getroffenen Pixel sondern auf die Person des Spielers. Es gibt keine virtuelle Gewalt. Es ist reale Gewalt in fiktiven Welten … diese Fragen sollten Kirchen diskutieren, so Professor Cellary.

Workshop in Warschau

Nach einer kleinen Zusammenschau einiger Projekte zum Rerformationsjubiläum und dem jährlichen Meeting des ECIC-Netzwerks ging es am Nachmittag nach Warschau zu einem Besuch der dortigen theologischen Fakultät. Ein Workshop mit Theologiestudierenden und Studenten anderer Fachrichtungen brachte einige Ideen zu VR zusammen … mal sehen, was sich davon umsetzen lässt. Das festliche Dinner am Abend läutete das Ende dieser ECIC ein.

Da ich am Freitag per Zug abreisen musste, versäumte ich den letzten Vortrag “Preach to all everywhere and by all means” von Anna Miotk über die NetzMission der Dominikaner. Das Nachsehen des Videos kann ich aber sehr empfehlen.

Nächstes Jahr in England

Soweit meine Eindrücke von der #ecic22. Nächstes Jahr haben die Jesuiten die ECIC nach England eingeladen und die Konferenz wird vermutlich in Durham stattfinden. Sehr zu empfehlen und Infos dazu auf der ECIC-Website!

 

Grüße von Cloud 7 – ein Antwortversuch auf Siegfried Krückberg

Der Artikel von Siegfried Krückeberg “Leben auf Cloud 7″ im Deutschen Pfarrerblatt stellt in Sachen Digitalisierung eine hohe Hürde auf und reißt sie. „Computertechnologie und Internet haben bisher noch keines der großen Probleme der Menschheit gelöst wie Krieg, Armut, Ungerechtigkeit oder Umweltverschmutzung.“ Mit diesem Anspruch könnte man auch die Vereinten Nationen ablehnen. Oder die Erfindung des Schießpulvers. Oder die christliche Religion. „Die großen Probleme der Menschheit“, mit dieser Kanone zu schießen bringt nichts.

Auch ein anderer Kunstgriff von Professor Krückeberg macht das Antworten schwer: das Behaupten und Einführen einer Quasireligion. „Ganz anders sehen das natürlich diejenigen, die die digitale Welt dominieren und weitgehend kontrollieren. Aber auch ihre Worte und ihr Handeln zeigen, dass sie durchaus mit einem moralischen, wenn nicht sogar religiösen Anspruch auftreten. »Don’t be evil – sei nicht böse!« heißt die Anweisung von ­Google-Chef Eric Schmidt für seine Mitarbeiter. Und Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg gibt die Devise aus: »Make the world better – mache die Welt besser.« Zitat Ende.

Die Welt besser zu machen und das Gute im Menschen nach vorne kehren sind auch christliche Werte und vielleicht reagieren Digitalkritisierer deswegen so apologetisch, weil ihnen da jemand ihr Lieblingsspielzeug weggenommen hat und – was für eine Blasphemie – damit auch noch erfolgreicher ist.

Heruntergebrochen auf den hier versuchten Diskurs werden so aber auch alle, die in und mit der Digitalisierung arbeiten zu Anhängern einer falschen Religion erklärt. Was den Dialog unmöglich macht. Das habe ich schon im Gespräch mit dem auch von Krückeberg zitierten Werner Thiede feststellen müssen. Die Wiedereinführung der Säulenheiligen steht kurz bevor.

Das Leben des Brian

Wie aber, wenn man es dennoch inhaltlich versucht? Will man die positiven Seiten der digitalen Transformation betrachten kommt man sich oft vor wie die Aufständischen in „Das Leben des Brian“. Was haben die Römer denn schon Gutes für uns gebracht? fragen sie sich. Nichts! Außer Kanalisation, Straßen, Sicherheit … die Reihe ist dann lang. Ein ähnliches Gefühl stellt sich beim Lesen des Artikels ein. Denn da wird einiges benannt um dann schnell in ein einzelnes Gefährliches abzugleiten. Hilfen für Beeinträchtigte ja, aber diese datensammelnde Barbie! Arbeitserleichterungen in der Landwirdschaft ja, aber es darf keine Arbeitsplätze kosten. Selbstfahrende Autos und Sicherheitssysteme ja, aber der Mensch muss die Kontrolle behalten. Das Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wäre vermutlich noch schlimmer ausgefallen, hätte der LKW nicht auf Grund eines Sicherheitssystems automatisch gebremst!

Nein, wer Digitalisierung ablehnt muss dann schon so sauber bleiben, dass man nicht ein bisschen digital gut findet, wenig Apps auf dem Smartphone hat und ansonsten diejenigen belächelt, verteufelt oder kritisiert, die ganz gerne und ziemlich erfolgreich damit leben und arbeiten. Es kann aber von jedem Nutzer und jeder Nutzerin auch verlangt werden, dass er und sie nur das Tool anwendet, dessen Sicherheitseinstellungen, Datenspeicher, Möglichkeiten und Gefahren man kennt und einschätzen kann. Ich entdecke bei Digitalkritikern oft eine erschreckende Ahnungslosigkeit mit dem IPhone in der Hand.

Irgendwas mit Medien

In der Medienkritik beobachtet Krückeberg viel Richtiges, das man bei Johanna Haberer gut nachlesen kann. Wenn man sich aber vor Augen führt, dass Massenmedien ein verhältnismäßig junges Phänomen sind und von Anfang an von Verlegern und deren Macht geprägt waren, dreht sich das Bild ein wenig. Natürlich ist das, was Journalistinnen und Journalisten recherchieren vielfach sorgfältiger, wahrhaftiger und klug ausgewählt und fast immer besser als das, was in Sozialen Medien an „Informationen“ umherschwirrt. Doch auch der Qualitätsjournalismus basierte auf einem mittlerweile zerbrochenen Monopol, das der öffentlichen Meinung, die es nicht mehr gibt. Es haben sich Parallelwelten gebildet mit eigenen Medien, eigenen Wahrheiten und eigenen Gesetzen. Kirche muss einsehen, dass sie in Gefahr ist, zu einer dieser Welten zu werden und damit für viele irrelevant. Weil Christinnen und Christen zur Freiheit berufen sind, sollten sie das auch leben und eben die unterschiedlichen Filterblasen infiltrieren, im Netz aktiv sein und Menschen da erreichen, wo sie sind. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!

„Setze dich an den Fluß …

… und warte bis die Leiche deines Feindes vorbeischwimmt“ ist ein beliebtes kirchliches Schema, wenn es um Kritik an die Digitalisierung geht. Alles wird immer so schnell! Und die Menschen werden dadurch deformiert! Nein, ich weiß nicht wohin die Reise im digitalen Raum hingeht. Aber ich glaube auch, sich als Kirche an den Wegrand zu setzen und zu sagen “Sagt, wenn ihr angekommen seid, dann spielen wir wieder mit” wird nicht funktionieren. Wenn Nachfolge gefragt ist, müssen wir auch mitgehen. Und wenn Menschen mehr und mehr im digitalen Raum unterwegs sind, ist es müßig über den Sinn der Arbeit im Analogen zu reden. Denn viele Menschen kommen ganz gut mit der Datenflut zurecht und nicht wenige nutzen das, um persönlich wirtschaftlich erfolgreich tätig zu sein. Ja, es werden dabei Berufe verschwinden. Und neue entstehen. Als Kirche sich auf die Seite der Verlierer zu schlagen, heißt mit zu verlieren und sich nicht um die zu kümmern, die in der digitalen Welt angekommen sind. Auch die brauchen nämlich Evangelium!

Deswegen ist auch der zweite Teil des Artikels deutlich hilfreicher als der erste. Denn die beschriebenen Gefahren sind gut beschrieben. Was fehlt ist die theologische Antwort. Wer eine „zunehmende Wissenskluft“ beschreibt, muss für Kirche ähnlich einer „Option für die Armen“ eine „Option für die Abgehängten“ beschreiben. Wenn – richtig beobachtet – Menschen vom Subjekt zum Objekt degradiert werden, dann können wir auf die Mündigkeit von Christinnen und Christen verweisen und als Gerechtfertigte Widerstand leisten. Eine „Totale Kommerzialisierung“ kann Kirche aufdecken, wenn sie ehrlich Rechenschaft gibt über ihre Finanzen und medienethisch Aufklärung betreibt, was Menschen alles preisgeben um angeblich etwas günstiger oder leichter zu bekommen. Selbstbestimmung und die Entwicklung eigenen Denkens ist Aufgabe für kirchliche Bildung und die heilsame Unterbrechung kennen Kirchen seit Jahrhunderten. Wir müssen sie dann halt auch leben und nicht als Pfarrerinnen und Pfarrer dauergestresst durchs Land fahren, von Stille zu Stille hetzend.

Spannend ist auch die Wechselwirkung zwischen Ich und Feedback der anderen. „Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei?“ fragt schon Jesus seine Jünger und die antworten mit dem der Massen. Ist das schon Sündenfall oder nicht nur Leben mit der menschlichen Realität. Auch in Kirchengemeinden werden Menschen ausgerichtet und schlecht über sie getratscht. Sie deswegen abschaffen? Fordert keiner!

Deswegen Kirche sein! Digital! Analog! Der Welt zugewandt!

Es wird also unsere Aufgabe sein, in einer schnelleren, gestaltbaren und technischer gewordenen Welt als Menschen so zu leben, wie Gott es sich gedacht hat. Oder sich aus der Welt zu verabschieden, weil sie böse geworden ist. Was Krückeberg fordert ist letztlich dann doch ein netzpolitisches Engagement! Wie viele andere auch. Und seine Erkenntnis kommt spät, fast zu spät: „Daraus folgt, dass die Kirche nicht mehr nur als eine abgeschlossene, homogene Lebenswelt gedacht werden kann, sondern sie konstituiert sich ebenso in den Vorstellungen und Gefühlen der in der Medienwelt interagierenden und miteinander vernetzten Individuen. Deshalb können die verschiedenen kirchlichen Gruppen vor Ort auch diejenigen als potentielle Mitglieder der Kirche betrachten, die von der befreienden Botschaft der geschenkten Gnade gehört haben und sich selbst als Kinder Gottes ­sehen.“