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8. Oktober in Memmingen: Fernsehgottesdienst mit second screen

Live Gottesdienst und Social Media

Sie können den Fernsehgottesdienst „Wir wollen frei sein“ am 8. Oktober in Memmingen St. Martin von 10 bis 11 Uhr auch live und online mitfeiern. Der Bayerische Rundfunk bietet die Übertragung in seinem Fernsehprogramm und als Livestream. Zusätzlich hat die Projektstelle Social Media der ELKB einen „second sreen“ eingerichtet: auch auf Facebook und Twitter lässt der Gottesdienst verfolgen und mit Kommentaren und eigene Gedanken interaktiv mitfeiern.

Twitter ist mit Vor- und Nachberichten, allen Teilen des Gottesdienstes, Links zu Liedtexten und Zusatzinformationen sowie User-Beiträgen dabei das Live-Medium. Der verwendete Hashtag ist #freisein.

Auf Facebook gibt es auf der Seite der Landeskirche Posts zu den Themen des Gottesdienstes, bei Sie miteinander ins Gespräch kommen können. Denkanstöße sind Artikel der Memminger Bauern von 1525 zur Leibeigenschaft, zum Recht auf Wasser und Jagd und zu Arbeit und gerechtem Lohn. Während des Gottesdienstes gibt es Posts zu einzelnen Teile des Gottesdienstes.

Während der Liveübertragung landen alle Beiträge aus Twitter und Facebook wie auch Gebete und Fragen direkt in der Kirche. Zitate aus Userbeiträgen auch im Gottesdienst vor.

Informationen zum Gottesdienst

Prediger im Fernsehgottesdienst ist Dekan Christoph Schieder, um die Liturgie kümmert sich Dekanin Claudia Schieder. Isabel Haslach ist Lektorin, Reinhard Heuß, Christoph Heuß und Stefan Nielsen sind die Sprecher.

Update: Die Predigt zum Fernsehgottesdienst 8.10.2017 zum Nachlesen

Die Musikalische Leitung Kirchenmusikdirektor Hans-Eberhard Roß, der auch an der Orgel zu hören ist. Weiter beteiligt sind Kinderkantorei St. Martin sowie der Bläserchor St. Martin unter der Leitung von Rolf Spitz. Tenorsaxophon spielt Christian Elin.

  • Anfangsmusik: Petr Eben (1929-2007) “Finale” aus “Sonntagsmusik”
  • Einwürfe der Kinderkantorei: Auszüge aus dem Musical “Mönsch Martin
  • Zwischen und nach der Predigt Improvisationen von Christian Elin (Saxophon)über “Go down, Moses“, „Einigkeit und Recht und Freiheit“ und  „Nun freut euch lieben Christengmein“”
  • Zwischen den Fürbitten “Ich in vergnügt, erlöst, befreit”, Text: Hans Dieter Hüsch, Musik: Kai Koch

Links

Hier die weiter führenden Links
> www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/ausstrahlung-1185720.html
> twitter.com/elkb  Hashtag #freisein
> www.facebook.com/EvangelischLutherischeKircheInBayern

(Der second screen Gottesdienst mit ist eine Kooperation der „Beauftragten der Evang.-Luth. Kirche in Bayern für Hörfunk und Fernsehen beim Bayerischen Rundfunk“ mit der „Projektstelle Social Media und Networkmanagement im Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Publizistik“ und dem Evangelischen Dekanat Memmingen)

Love out loud! Neues in der Digitalen Netzgemeinde

Es ist wieder mal Kirchentag in Berlin. Auf der re:publica eben für die Netzgemeinde. Doch irgendwie gleichen sich die Bilder zwischen #rp17 und #dekt: das Publikum wird älter und trägt gerne mal Stühle in die Fluchtwege. Manches ist arg liebgewordene Tradition und die Organisatoren haben schon Angst um die Authentizität.

Die rp17 begann am Montag mit der opening ceremony. Gleich am Anfang Solidarität: Das Eröffnungspanel erinnerte an Blogger*innen und Journalist*innen, die derzeit weltweit im Gefängnis sitzen. Realität einer Welt, die nur in Europa und Deutschland so friedlich aussieht. Anderes Thema dann: Was hilft gegen den Hass? Erinnert wurde an Beiträge vergangener re.publicas, die geholfen haben und letztlich auch zum Motto dieses Jahres geführt haben: „Love out loud!“ Der Beifall der Netzgemeinde war groß. Prägend dazu die Keynote von Sascha Lobo, der in seiner Predigt dazu aufrief, mit Rechten zu diskutieren statt sie auszugrenzen. Liebe hat im Netz schnell mit Engagement zu tun. Nur gegen Hass zu sein, genügt nicht mehr.

Erstmals auf der rp vertreten die Kirchen. Ralf Peter Reimann hat in seinem Blog dazu das Wesentliche gesagt. Mein Eindruck: Das Wir-Sind-da genügt auch hier nicht mehr. Viele feiern es, dass Kirche auch in dieser Welt endlich (!) angekommen ist. Doch wer bei einer Party durch die Tür tritt, muss dann auch performen und sich unterhalten. Eine Haltung des „Wir sagen euch, worauf es ankommt“ ist da nicht hilfreich und doch oft zu finden. Johanna Haberers 10 Gebote oder das Papier der katholischen Bischofskonferenz sind Aufschläge, mehr nicht. Jetzt sind konkrete Schritte fällig und da sehe ich (zu) wenig.

Netzgemeindetreffen – Churchies auf der #rp17

Ingo Dachwitz hatte es organisiert, über 50 Netzwerker aus den Kirchen kamen. Und wieder mal wurde klar, #digitaleKirche ist schon viel weiter, als alle denken. Wir sind viele und wissen immer noch wenig voneinander. Was fehlt ist die Sichtbarkeit, das Wahrnehmen, dass Kirche nicht hintendran ist sondern mitten drin. Oder jedenfalls nahe dran.  Auch hier muss noch mehr kommen.

Doch jetzt ein paar meiner persönlichen Highlights:

Brauchen wir ein anständiges CommunityManagment?

Wohltuend konkret das Panel zum „anständigen CommunityManagment“.  In den Anfängen der Social Media Kommunikation waren Unternehmen in Ihren Strategien vielfach noch auf Reichweite fixiert. Das, so das Panel, ändert sich langsam.  Schneller geändert hat sich aber der Ton im Netz. Immer mehr schreiben Menschen im Netz Dinge, die sie niemals von Angesicht zu Angesicht sagen würden. Interessant, das auch eine Klarnamen-Pflicht nicht viel geholfen hat. Nicht mal in SüdKorea, wo man seine persönliche ID angeben muss. Wie damit im Community Management umgehen?

Als Ideen wurden genannt: ein freaky Friday, an dem das Team ein Auszeit nehmen kann. Sich Zeit nehmen, und Antworten auf HassKommentare nicht gleich schicken. Treffen mit Kollegen aus anderen Zusammenhängen helfen, einen anderen Blick auf das Thema zu bekommen. Dazu die zeitliche Beschränkung: Wer viele Hasskommentare bearbeiten muss, sollte das nur eine Zeit lang tun. Gut auch eine „Wall of happyness“, an der positive Rückmeldungen ausgedruckt hängen.

Aber auch negative Beispiele von Community Management gab es: da veröffentlich ein Restaurant herablassende Kommentare, die alle lesen können. Ein fatales Signal. Ebenfalls ein No-Go: User beleidigen, abfällige Emojis oder auf Kosten der der User. Besser ist es, negative Kommentarleute einladen und das Gespräch suchen (siehe Sascha Lobo).

Zum erfolgreichen CommunityManagment sollt es auch gehören, klar zu sagen, was gelöscht wurde und auf die Netiquette hinweisen oder bei Antworten weitere Quellen anzugeben. Die eigene Haltung dabei sollte nicht überheblich sein und nicht gleich das negative vermuten. Rechtschreibfehler werden nicht korrigiert, Ironie und Sarkasmus werden vermieden und Gutes ebenfalls kommentiert. Denn der FacebookAlgorithmus spielt die Kommentare nach oben, die kommentiert werden. Gute Kommentare weiter oben in der Timeline verändern die Diskussion.

Social Media Recht – die jährliche Rechtsberatung

Der Bereich Foto nahm drei/viertel des Panels ein. Wie immer empfehle ich das Nachsehen bei YouTube (Link fehlt noch). Für Kirchens interessant: Bei CC-Lizenzen raten Feldmann und Krieg dazu, NC (non commercial) nicht zu verwenden („Vergiss NC-Lizenz!“). Die Regelungen seien zu undurchsichtig. NC nicht zu nutzen betrifft auch Kirchengemeinden: auch Spendensammeln ist ein kommerzieller Zweck. Auch wichtig: Bei CC Lizenzen müssen alle Bedingungen erfüllt sein. Wenn ein – auch kleiner Teil – nicht durch die Lizenz gedeckt ist, ist die gesamte (!) Nutzung illegal. Die gute Nachricht: In Fällen von verletzten CC-Rechten gibt es in der aktuellen Rechtsprechung pauschale Beträge zwischen 50 und 100 Euro für die widerrechtliche Nutzung. Achtung aber: Abmahnanwälte kümmert das nicht. Die hören nicht auf und viele zahlen, damit das aufhört.

Der Hinweis bei Veranstaltungen, dass fotografiert wird, gilt (leider) leider nicht als Einwilligung der Fotografierten, die Bilder verwenden zu dürfen. Hilfreich sind sie trotzdem. Klarer sind hier die gesetzlichen Ausnahmen für „zeitgeschichtliche Ereignisse“ und „Versammlungen und Aufzüge“, die das Fotografieren regeln.

Günter Dueck -  Flachsinn

Es ist immer so: einer entdeckt das Paradies und schwärmt, wie das schön ist. Dann kommen die ersten Touristen und irgendwann ist es vorbei und alle beschweren sich. Günter Dueck beschrieb sehr unterhaltsam das auch für das Internet. Der Digitale Wandel dauert auch schon dreißig Jahre und mittlerweile tummeln sich auch hier die Pauschaltouristen. Unverständlich deswegen, dass die Betriebswirtschaftler immer noch von Digitaler Transformation reden, so als ob sie noch bevorstünde.

Der Umgang mit dem Netz will dabei unabhängig des Alters gelernt sein. Wenn Kinder was lernen, fallen Sie hin. Erwachsene aber sagen immer, ich will nicht hinfallen. Das gehört aber zum Lernen. Ebenso wie die Unausweichlichkeit, das Neue zu verstehen: Können Ärzte sagen, wenn eine neue Methode kommt, muss ich mich damit befassen?

Heftige Kritik übte Dueck an der Dauerüberwachung in den Unternehmen. So wie früher runde Gefängnisse gebaut wurden, in denen ein Wärter alle Gefangenen beobachten konnt, ist es heute in Unternehmen: es genügt, dass einer ihre Zahlen kontrollieren könnte und alle Arbeitenden leben in Angst. Das schlimmste ist dann, auffällig sein, „sozial auffällig“ dabei noch schlimmer. Oper sei dann, so Dueck dasselbe anders herum: Ich stehe auf der Bühne und muss auffällig sein. Wurde früher jemand befördert, der lange nicht auffällig war ist es heute ein Beförderungsrisiko, nicht sichtbar zu sein. Tue Gutes uns rede darüber …

Mit fast kindlicher Freude führte Dueck auch dieses Mal neue Fremdwörter ein: „Phatische Kommunikation“ zum Beispiel. Es steht für inhaltsfreie Kommunikation bei bei Facebook und WhatsApp. Wichtiger als Inhalte sei da das Gefühl „ich bin da und du ist auch da“. Ein Foto schicken und der andere weiß, es ist alles gut. Mehr ist da nicht. Ein interessantes Denkmuster.

Klar kritisierte Dueck Sigmar Gabriel: „Liebe den Fremden wie dich selbst und sage  nicht Pack zu deinem Nächsten!“ Es sei Teil des Hatespeech, von anderen zu behaupten, sie säßen in einer Filterblase, der ist selbst in einer. Und auch das Phänonem Trump kam zur Sprache: „Wir müssen lernen, dass man mit bloßer Bösartigkeit Wahlen gewinnen kann. Wir müssen verstehen, was da ist. Negative Aufmerksamkeit funktioniert immer. War einer früher Klassenkaspar, wird dies gleiche Haltung heute zum Businessprinzip. Schlechte Aufmerksamkeit auch sehr erfolgreich sein.

Keine Hoffnung? Doch: Wo sind die Geisteswissenschaftler? fragte Dueck und ich ergänze: wo sind die Theologen. Die einstigen Autoritäten verharrten in stiller Netzphopie. Dueck sagte: Raus! Raus! Raus! Wir müssen euch hören!

Soviel erstmal … dieser Blogpost wird noch weiter bearbeitet. Und er ist sicher noch nicht fehlerfrei.

Grüße von Cloud 7 – ein Antwortversuch auf Siegfried Krückberg

Der Artikel von Siegfried Krückeberg “Leben auf Cloud 7″ im Deutschen Pfarrerblatt stellt in Sachen Digitalisierung eine hohe Hürde auf und reißt sie. „Computertechnologie und Internet haben bisher noch keines der großen Probleme der Menschheit gelöst wie Krieg, Armut, Ungerechtigkeit oder Umweltverschmutzung.“ Mit diesem Anspruch könnte man auch die Vereinten Nationen ablehnen. Oder die Erfindung des Schießpulvers. Oder die christliche Religion. „Die großen Probleme der Menschheit“, mit dieser Kanone zu schießen bringt nichts.

Auch ein anderer Kunstgriff von Professor Krückeberg macht das Antworten schwer: das Behaupten und Einführen einer Quasireligion. „Ganz anders sehen das natürlich diejenigen, die die digitale Welt dominieren und weitgehend kontrollieren. Aber auch ihre Worte und ihr Handeln zeigen, dass sie durchaus mit einem moralischen, wenn nicht sogar religiösen Anspruch auftreten. »Don’t be evil – sei nicht böse!« heißt die Anweisung von ­Google-Chef Eric Schmidt für seine Mitarbeiter. Und Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg gibt die Devise aus: »Make the world better – mache die Welt besser.« Zitat Ende.

Die Welt besser zu machen und das Gute im Menschen nach vorne kehren sind auch christliche Werte und vielleicht reagieren Digitalkritisierer deswegen so apologetisch, weil ihnen da jemand ihr Lieblingsspielzeug weggenommen hat und – was für eine Blasphemie – damit auch noch erfolgreicher ist.

Heruntergebrochen auf den hier versuchten Diskurs werden so aber auch alle, die in und mit der Digitalisierung arbeiten zu Anhängern einer falschen Religion erklärt. Was den Dialog unmöglich macht. Das habe ich schon im Gespräch mit dem auch von Krückeberg zitierten Werner Thiede feststellen müssen. Die Wiedereinführung der Säulenheiligen steht kurz bevor.

Das Leben des Brian

Wie aber, wenn man es dennoch inhaltlich versucht? Will man die positiven Seiten der digitalen Transformation betrachten kommt man sich oft vor wie die Aufständischen in „Das Leben des Brian“. Was haben die Römer denn schon Gutes für uns gebracht? fragen sie sich. Nichts! Außer Kanalisation, Straßen, Sicherheit … die Reihe ist dann lang. Ein ähnliches Gefühl stellt sich beim Lesen des Artikels ein. Denn da wird einiges benannt um dann schnell in ein einzelnes Gefährliches abzugleiten. Hilfen für Beeinträchtigte ja, aber diese datensammelnde Barbie! Arbeitserleichterungen in der Landwirdschaft ja, aber es darf keine Arbeitsplätze kosten. Selbstfahrende Autos und Sicherheitssysteme ja, aber der Mensch muss die Kontrolle behalten. Das Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wäre vermutlich noch schlimmer ausgefallen, hätte der LKW nicht auf Grund eines Sicherheitssystems automatisch gebremst!

Nein, wer Digitalisierung ablehnt muss dann schon so sauber bleiben, dass man nicht ein bisschen digital gut findet, wenig Apps auf dem Smartphone hat und ansonsten diejenigen belächelt, verteufelt oder kritisiert, die ganz gerne und ziemlich erfolgreich damit leben und arbeiten. Es kann aber von jedem Nutzer und jeder Nutzerin auch verlangt werden, dass er und sie nur das Tool anwendet, dessen Sicherheitseinstellungen, Datenspeicher, Möglichkeiten und Gefahren man kennt und einschätzen kann. Ich entdecke bei Digitalkritikern oft eine erschreckende Ahnungslosigkeit mit dem IPhone in der Hand.

Irgendwas mit Medien

In der Medienkritik beobachtet Krückeberg viel Richtiges, das man bei Johanna Haberer gut nachlesen kann. Wenn man sich aber vor Augen führt, dass Massenmedien ein verhältnismäßig junges Phänomen sind und von Anfang an von Verlegern und deren Macht geprägt waren, dreht sich das Bild ein wenig. Natürlich ist das, was Journalistinnen und Journalisten recherchieren vielfach sorgfältiger, wahrhaftiger und klug ausgewählt und fast immer besser als das, was in Sozialen Medien an „Informationen“ umherschwirrt. Doch auch der Qualitätsjournalismus basierte auf einem mittlerweile zerbrochenen Monopol, das der öffentlichen Meinung, die es nicht mehr gibt. Es haben sich Parallelwelten gebildet mit eigenen Medien, eigenen Wahrheiten und eigenen Gesetzen. Kirche muss einsehen, dass sie in Gefahr ist, zu einer dieser Welten zu werden und damit für viele irrelevant. Weil Christinnen und Christen zur Freiheit berufen sind, sollten sie das auch leben und eben die unterschiedlichen Filterblasen infiltrieren, im Netz aktiv sein und Menschen da erreichen, wo sie sind. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!

„Setze dich an den Fluß …

… und warte bis die Leiche deines Feindes vorbeischwimmt“ ist ein beliebtes kirchliches Schema, wenn es um Kritik an die Digitalisierung geht. Alles wird immer so schnell! Und die Menschen werden dadurch deformiert! Nein, ich weiß nicht wohin die Reise im digitalen Raum hingeht. Aber ich glaube auch, sich als Kirche an den Wegrand zu setzen und zu sagen “Sagt, wenn ihr angekommen seid, dann spielen wir wieder mit” wird nicht funktionieren. Wenn Nachfolge gefragt ist, müssen wir auch mitgehen. Und wenn Menschen mehr und mehr im digitalen Raum unterwegs sind, ist es müßig über den Sinn der Arbeit im Analogen zu reden. Denn viele Menschen kommen ganz gut mit der Datenflut zurecht und nicht wenige nutzen das, um persönlich wirtschaftlich erfolgreich tätig zu sein. Ja, es werden dabei Berufe verschwinden. Und neue entstehen. Als Kirche sich auf die Seite der Verlierer zu schlagen, heißt mit zu verlieren und sich nicht um die zu kümmern, die in der digitalen Welt angekommen sind. Auch die brauchen nämlich Evangelium!

Deswegen ist auch der zweite Teil des Artikels deutlich hilfreicher als der erste. Denn die beschriebenen Gefahren sind gut beschrieben. Was fehlt ist die theologische Antwort. Wer eine „zunehmende Wissenskluft“ beschreibt, muss für Kirche ähnlich einer „Option für die Armen“ eine „Option für die Abgehängten“ beschreiben. Wenn – richtig beobachtet – Menschen vom Subjekt zum Objekt degradiert werden, dann können wir auf die Mündigkeit von Christinnen und Christen verweisen und als Gerechtfertigte Widerstand leisten. Eine „Totale Kommerzialisierung“ kann Kirche aufdecken, wenn sie ehrlich Rechenschaft gibt über ihre Finanzen und medienethisch Aufklärung betreibt, was Menschen alles preisgeben um angeblich etwas günstiger oder leichter zu bekommen. Selbstbestimmung und die Entwicklung eigenen Denkens ist Aufgabe für kirchliche Bildung und die heilsame Unterbrechung kennen Kirchen seit Jahrhunderten. Wir müssen sie dann halt auch leben und nicht als Pfarrerinnen und Pfarrer dauergestresst durchs Land fahren, von Stille zu Stille hetzend.

Spannend ist auch die Wechselwirkung zwischen Ich und Feedback der anderen. „Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei?“ fragt schon Jesus seine Jünger und die antworten mit dem der Massen. Ist das schon Sündenfall oder nicht nur Leben mit der menschlichen Realität. Auch in Kirchengemeinden werden Menschen ausgerichtet und schlecht über sie getratscht. Sie deswegen abschaffen? Fordert keiner!

Deswegen Kirche sein! Digital! Analog! Der Welt zugewandt!

Es wird also unsere Aufgabe sein, in einer schnelleren, gestaltbaren und technischer gewordenen Welt als Menschen so zu leben, wie Gott es sich gedacht hat. Oder sich aus der Welt zu verabschieden, weil sie böse geworden ist. Was Krückeberg fordert ist letztlich dann doch ein netzpolitisches Engagement! Wie viele andere auch. Und seine Erkenntnis kommt spät, fast zu spät: „Daraus folgt, dass die Kirche nicht mehr nur als eine abgeschlossene, homogene Lebenswelt gedacht werden kann, sondern sie konstituiert sich ebenso in den Vorstellungen und Gefühlen der in der Medienwelt interagierenden und miteinander vernetzten Individuen. Deshalb können die verschiedenen kirchlichen Gruppen vor Ort auch diejenigen als potentielle Mitglieder der Kirche betrachten, die von der befreienden Botschaft der geschenkten Gnade gehört haben und sich selbst als Kinder Gottes ­sehen.“

Und ob wir schon wandern im Digital!

Da sitze ich in der Katharina-von-Bora-Straße und lese den Blog von Tobias Graßmann  „Wie wir die Digitalisierung angehen!“. Bei vielem kann ich nicken und sagen „Haben wir schon“. Einiges steht noch aus. Dann lese ich „Trotzdem gilt natürlich: Daumen hoch für Christoph Breit und all die anderen Männer und Frauen auf dem verlorenen Posten!“ Danke! Treffer! denke ich. Versenkt? Sollte ich ihn anrufen. Aber dann setzt er sich vielleicht wie beschrieben wirklich in den ICE und kommt mit seinen Vorschlägen im Gepäck. Doch der Reihe nach (und vermutlich nicht vollständig):

Der neue Impuls zu #digitalekirche kommt von Hannes Leitlein: In „Und wie wir wandern im finstern Digital“ versucht er zu ergründen, warum sich die evangelische Kirche mit der Digitalisierung so schwer tut. Und er hält ein flammendes und lesenswertes Plädoyer für eine neue Reformation im Netz. Zustimmung! Doch ich sage auch: Wir wandern schon im DigiTal, fürchten uns aber nicht!

Konkreter werden die Jugenddelegierten der EKD-Synode. „Digitale Kirche: Unsere Ideen für den Rat EKD“ liefert konkrete Vorschläge und eine erste Digitale Agenda der EKD.  Erste Fragen zur Diskussion sind in „Was heißt eigentlich digitale Kirche?“ zusammen gefaßt. Für Hanno Terbuyken auf evangelisch.de geht die Diskussion grundsätzlich in die richtige Richtung: „Der Ruf nach “mehr Digitalisierung” muss konkret ausgesponnen werden. Die globale Kritik, “die Kirche” sei da “noch nicht weit genug”, reicht nicht. Die Menschen in der Kirche, die ihre Gestalt ausmachen, sind an vielen Stellen schon sehr weit. Die beste Unterstützung, diese Einzelstränge zu einem stärkeren Netz zu verweben und die Bedeutung dieses Netzes für die Gesamtgestalt von Kirche zu bekräftigen, kann aus den Amtsbüros kommen. Geschafft ist das noch nicht. Aber von null anfangen müssen wir gottseidank auch nicht.“

Weitere Antworten auf Leitlein liefern Niklas Schleicher in „Wandern ohne Stecken und Stab?“, die Social-Media-Managerin der Kirche in Hamburg, Queerology, Ulli Naefken in seinem Ulna-Studios-Blog und Michael Grunewald, Referent der EKHN.

(Update!)Jonas Bedford-Strohm hat in der Zeit auf Leitlein als “Sohn und Digitalberater des EKD-Ratsvorsitzenden” geantwortet. Hier das Vorab bei evangelisch.de und hier der Artikel “Das Digital muss blühen”.

(Update) Sehr lesenswert auch “So geht Seelsorge online” in dem fünf Experten für Digitales und Verkündigung im Protestantismus verraten, wie die Kirche sich im 21. Jahrhundert verändern muss.

Und nun?

In der Debatte um #digitaleKirche gibt es aus meiner Sicht immer wieder kehrende Muster. Den Ruf von außen, dass Kirche wieder mal eine Revolution verschlafen würde. Das höre ich auch bei Hannes Leitlein und er ist auf den ersten Blick auch berechtigt. Geht es im Kirchenentwicklung, greifen viele zu den bewährten Tools und beantworten die Fragen von heute mit den Lösungen der 80ger. Doch die Systemik lehrt auch: manches aktuelle Problem war früher mal eine Lösung. Und manche Firmen gehen nicht daran zu Grunde, das sie das Falsche tun sondern das zu lange, was früher einmal richtig war. Ja, Digitalisierung ist eine Revolution und Kirche tut gut daran, sich immer wieder zu reformieren. Wäre für eine lutherische Kirche auch komisch wenn nicht. Doch der Weckruf „Tut endlich was!“ ist aus meiner Sicht kontraproduktiv. Denn er motiviert nicht sondern will etwas erzwingen und er lässt die alt aussehen, die sich in Institutionen, Kirchenleitung und Gemeinden schon seit Jahren um Digitalisierung mühen … und dafür gerne mal belächelt werden.

Auch das reflexhaft vorgetragene Muster Wir haben doch schon so viel hilft aus meiner Sicht nicht weiter. Denn vieles ist da Projekt oder Leuchtturm. Ein Status, den Gunter Dueck auf der #rpTEN letztes Jahr als Mantra und Heilslehren in Politik, Wirtschaft und Kultur entlarfte: „Leuchtturm-Projekte“ gäbe es, weil viele einfach zu faul seien, nachhaltig zu arbeiten. Man gründe dann Arbeitsgruppen, die, wenn das Brainstormen nichts mehr hilft, wieder auf einen Turm stiegen und gemeinsam um Lösung der Probleme beten. Deswegen hat Hanno Terbuyken Recht, wenn er sagt, wir müssen nicht bei Null anfangen und auch ich könnte für die ELKB schon jede Menge aufzählen, wo an hinter Digitalisierung einen Haken machen könnte. Taufspruch.de, Trauspruch.de, Konfiweb oder der Liturgische Kalender mögen als Beispiele genügen und die Twomplet versammelt jeden Abend Menschen im Gebet. Es gibt schon viel. Aber es ist nicht genug … wenn es diesen Punkt überhaupt gibt.

Die Jungen sollen das machen ist eine weiteres immer wieder kehrendes Muster. Als Pfarrer auf einer Projektstelle höre ich das immer wieder in Pfarrkonferenzen. „Müssen wir das in unserem Alter auch noch machen?“ – die Kolleginnen und Kollegen sind meist jünger als ich. Ausgeprägter ist das Muster in kirchlichen Entscheidungsgremien: „Die paar Jahre vor dem Ruhestand gehe ich das nicht mehr an“. Eine Haltung, gegen die die wunderbaren Jugenddelegierten der EKD ja mit großer Hingabe und beneidenswerter Kraft arbeiten. Die unbequeme Wahrheit ist: viele Entscheidungsträger bei Kirche müssen über Dinge entscheiden, die sie selbst im Alltag nicht verwenden und deren Nutzen sie in der eigenen Arbeit nicht erkennen können.

Das ist ja alles nur virtuell und nicht echt ist dann das FolgeMuster. Ein kirchlicher Klassiker! Es gehört zu den aus meiner Sicht noch ungelösten theologischen Fragen der Digitalisierung, wie sich Lebensvollzüge in der Kohlenstoffwelt zu denen in der digitalen Welt verhalten. Digitale Natives verstehen diese Lücke nicht, für alle Älteren bleibt das der garstige Graben. Es ist ja „nur“ im Internet und so wenig verbindlich. Wir haben aber verlernt, die Nuancen der kirchlichen Beteiligung wahrzunehmen. Viele denken immer noch, dass Menschen, die in einer Kirche sitzen und einen Gottesdienst feiern mehr mitbekommen, als die, die das „nur“ via Internet tun. Nach 20 Jahren in der Gemeinde kann ich aber sagen: auch im Gottesdienst blickt man manchmal auf schlafende Zuhörer. Und das liegt nicht an der Qualittät des Gebotenen! Menschen entscheiden immer frei, was sie für sich mitnehmen und was nicht. Unabhängig vom Medium!

Ein weiteres Muster: Digital ist alles anders. Nein! Ich bin davon überzeugt, dass was Kirche digital betrifft, es fast alles alte Fragen sind, die in der Digitalisierungsdebatte nur neu aufschlagen. Die Unterscheidung von Person und  Amt zum Beispiel. Jeder und jede Kirchenmensch, der gerne in die Sauna geht, überlegt seht genau, ob dazu das Fitnessstudio oder Schwimmbad im Gemeindegebiet der richtige Ort ist. Die meisten fahren eher eine Stunde, um nicht als Amtsperson angesprochen zu werden. Im Arbeitsalltag einer Pfarrerin oder eines Pfarrers ist diese Trennung oder Unterscheidung immer eine Aufgabe. Eine ständige Aufgabe. Das ist im digitalen Raum nicht anders und wer deshalb vor der Digitalisierung scheut, muss sich vorwerfen lassen, dass er oder sie diese Rollenklärung vielleicht bisher auch nicht so klar vorgenommen hatte. Damit zusammen hängt Privat und Dienst und die Frage der Arbeitszeiten. 24/7online klingt da schnell bedrohlich, so als sollte man immer erreichbar sein und nie Freizeit haben oder ohne digitale Überwachung sein. Ich (der ich immer online bin) erlebe es als große Befreiung, mir meine Arbeit unabhängig von Zeit und Raum einteilen zu können und da zu arbeiten, wo ich gerade bin, eine gute Internetverbindung vorausgesetzt. Dass es trotzdem eine begrenzte Stundenzahl und nicht das ganze Leben umfasst, sollte Teil der Arbeitsumgebung sein und – bei kirchlichen Mitarbeitern – in einer Dienstordnung beschrieben sein.

Damit zum nächsten Feld: Die da oben / verkrustete Strukturen / Alt gegen neu. Vorlagen für dieses Muster gibt es genug. Zuletzt bediente Margot Käßmann dieses Schema aufs vortreffliche und sie wird – da tue ich mir als Prophet leicht – sicherlich nicht die letzte sein. Das #Neuland ist größer als so mancher denkt. Doch nach vier Jahren Missionsarbeit bei Kirche digital muss ich sagen: Das hilft nicht. Wer Alte und altes, Überkommenes, Die-da-oben oder Strukturen und Establishment nur angreift oder schlecht redet, gewinnt keine Mitstreiter. Es mag die Rolle der „Jungen“ sein, den Staub aufzuwirbeln und frischen Wind herein zu holen. Hustend im Flur stehen die, die sich innerhalb der Kirche schon lange darum mühen, dass Digitalisierung weiter geht. Es ist eine weit verbreitete Krankheit, dass jeder und jede (wobei das meist nur Männer so tun) meint, er (weniger sie) sei der erste, der bei Kirche in Sachen Digitalisierung etwas machen würde. Manche Gemeinden klingen mit Internetauftritten heute noch so, als würden sie einen neuen Kontinent erobern. Und alle Jahre wieder gibt es Pfarrer, die ein Soziales Netzwerk entern und großspurig verkünden, sie würden jetzt im Internet verkündigen, Gottesdienst feiern oder Seelsorge anbieten. Ein bisschen Recherche hätte vorab gezeigt, dass da viele schon unterwegs sind. Als Beispiel mag das Kichehochzwei-Konzept sein, das auch schon ein paar Tage alt ist. Und immer noch aktuell .

Wir müssen das Evangelium in die Welt tragen oder wahlweise Christen müssen ihren Glauben auch in den Sozialen Medien bezeugen ist dann der Anspruch, das nächste immer wieder kehrende Muster. Hand aufs Herz, wer macht das im Alltag? Die Pfarrerinnen und Pfarrer? Tobias Graßmann hat mittlerweile Recht, wenn er schreib: „Die Landeskirche muss unbedingt Abstand von der aktuell empfohlenen Praxis der Dienstprofile nehmen. Das Resultat solcher „Vikarin Soundso“ und „Pfarrer Sowienoch“-Accounts ist, dass die sozialen Medien mit unspannenden Zombies bevölkert werden, denen selbst Kirchenvorstände nur widerwillig folgen.“ Was – und der Rat stammte ja unter anderem von mir – ursprünglich dazu gedacht war, Kolleginnen und Kollegen von der Angst zu befreien, privat auf Facebook unterwegs sein zu müssen und sich mit Schülerinnen und Schülern befreunden zu müssen, hat mittlerweile seine Funktion verloren. Auf die Anfangszeit und den Wildwuchs in den Sozialen Medien muss jetzt die strategische Überlegung folgen, wie  Ressourcen zu bündeln sind. Sind dieselben User auf mehreren Seiten unterwegs, wenn ja, kann nicht eine Facebookseite diese Aufgabe statt mehrerer erfüllen.

Je länger je mehr ist der Inhalt und die Überzeugungskraft von Contents wichtig. Und digitale Kirche muss eine sein, nein werden, die von Glauben spricht, dazu ermutigt, ihn lebt. Der Vorwurf, wir missionieren zu wenig, verfängt da schon. Und der Erfolg der Freikirchen und charismatischer Einzelpersonen zeigt eben genau dies: Digitalisierung wie Gemeindeaufbau lebt von Menschen, die das Evangelium leben und ausstrahlen. Das Internet für Versäumnisse in der Kommunikation, Mission, Seelsroge, Verkündigung oder auf einem andern Feld einzusetzen, wird misslingen. Digitalisierung ist kein Rettungsboot für irrelevant gewordene Kirche.

Und Wer solls machen? Die Ressourcenfrage ist der heimliche Trumpf in der Digitalisierungsdebatte. Wo Hannes Leitlein Bischof Bedford-Strohm zu wenig Kommunikation mit den Usern vorwirft und – aus meiner Sicht falsch – darauf schließt, er hätte das Medium nicht verstanden, geht es auch um Ressourcen. Es fehlt schlicht die Zeit, allen zu antworten. Und dafür eine Redaktion einzusetzen, wie andere es tun, nimmt etwas von der Authentizität der Seite.

Tobias Graßmann fordert da eine ganze neue Abteilung im Landeskirchenamt. Ein bewusst provokanter Vorschlag, der in seiner Ausgestaltung aber ziemlich gut ist. Ein multiprofessionelles Team wäre genau richtig. Umsetzbar ist es vermutlich nicht. Denn die Versäulung der kirchlichen Strukturen ist weit fortgeschritten und ich befürchte, kein Bereich der Landeskirche ist bereit, eigene Ressourcen zu öffnen und gemeinsame Aufgaben mit zu lösen. Auch auf Landeskirchenebene ist das ein Hemmschuh, weniger bei denen, die in Sachen Internet und Digitalisierung unterwegs sind, mehr bei denen, die sie beauftragen und Rechenschaft über eingesetzte Mittel erwarten. „Das muss unseren Mitgliedern zu Gute kommen“ zieht Grenzen in einer Welt, in der das Internet nicht an der Landeskirchengrenze aufhört. Und Gemeinden sind da nicht besser. Die Ressourcenfrage in der Digitalisierung braucht hier großen Mut. Oder Kirche scheitert daran. Das schließt auch ein, dass alle Tools und Maßnahmen und Strukturen auf den Tisch müssen, analog wie digital. Die Diskussion über Digitalsierung wimmelt von Spar- und Tut-was-Vorschlägen, die andere betreffen.

Mit dem hier letzten Punkt geht es dann um das Wesen von Kirche: Verkündigung oder Kommunizieren? „Wir wollen in der Timeline unserer Mitglieder vorkommen“ muss der mindeste Anspruch sein, mit dem wir als Kirche digital in Sozialen Netzwerken unterwegs sind.  Eigentlich gesandt in alle Welt sind alle User Adressat von Kirche, einer genuin inklusiven Gemeinschaft. Schon das Bild des Adressaten ist aber falsch, denn es geht eben nicht um eine fromme Einbahnstraße. „Sozial wird ein Netzwerk aber erst dann, wenn Menschen interagieren, wenn sie, nachdem sie auf “Senden” geklickt haben, auf Empfang schalten“ schreibt Hannes Leitlein zu Recht.

Auch das ist keine Frage nur der Digitalisierung. Sie wird nur hier besonders augenfällig. Ein Pfarrer, der seine Schäflein nur belehrt und ihnen nicht zuhört, wird mit der Zeit halt zum schrulligen frommen Faktotum. Kirche, die nur sendet und ansonsten – schönes Wortspiel von Leitlein -  „Empfängnisverhütung“ betreibt, kommt in der digitalen Welt nicht vor. Ganz einfach. Und immer schon! Das verschärft sich nur, je vernetzter und digitaler unsere Welt wird. Wer im Netz bestellt, von überall her kommuniziert und alles mit dem Smartphone regelt, wird zuerst nicht verstehen und dann nicht mehr akzeptieren, dass die Gemeinde vor Ort nur zu bestimmten Zeiten offen hat und man eine Taufe nicht online vereinbaren kann. Von kaum vorhandenen christlichen Tutorials oder FaQs gar nicht zu reden.

Wie also weiter? Wie so oft wird wieder gesammelt, was es schon Tolles gibt zu Kirche digital . So manche beteiligen sich, um ihre Vorurteile gegenüber Kirche oder Kirchenleitung wieder einmal aufzubügeln.Bei den meisten spüre ich aber die Begeisterung für die Sache. Das Unbehagen, das alles doch so langsam geht. Digitale Kirche gibt es schon. Wir stehen nicht bei Null. Was ich vermisse, ist das Gegenseitig leuchten lassen. Das selbstverständliche Reden im DigiTal. Das Suchen nach Allianzen und Gemeinsamkeiten. Und das Wahrnehmen eigener Verantwortung. Jeder und jede da, wo er oder sie ist. Wir sind digitale Kirche!